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Wieder mehr Rabatte: Lebensmittelhandel reagiert auf Einkaufsverhalten in der Pandemie

  • Zu Beginn der Corona-Pandemie war die Zahl der Sonderangebote in Supermärkten spürbar zurückgegangen.
  • Doch inzwischen haben Werbeaktionen ein stürmisches Comeback erlebt.
  • Ein wichtiger Grund dafür ist das geänderte Einkaufsverhalten der Verbraucher.
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Frankfurt/Main. Im Lebensmittelhandel gibt es nach einer coronabedingten Flaute im Frühjahr wieder mehr Sonderangebote. Das geht aus einer aktuellen Marktanalyse des Marktforschungsunternehmens Nielsen hervor. „Seit dem Ende des ersten Lockdowns im Frühjahr hat die Zahl der Werbeaktionen und Sonderangebote wieder deutlich zugenommen. Aktuell liegt sie sogar leicht über dem Niveau vor der Pandemie“, sagte der Nielsen-Handelsexperte Axel Erhardt.

Verbraucher gehen seltener einkaufen

Dass es zurzeit so viele Sonderangebote gibt, hat nach Einschätzung des Nielsen-Experten für Konsumentenverhalten, Alexander Proske, auch damit zu tun, dass die Covid-19-Pandemie das Einkaufsverhalten in Deutschland nachhaltig verändert hat. „Die Konsumenten gehen heute seltener Einkaufen als vor der Krise und sie gehen dabei meist nur noch in ein Geschäft, nicht in zwei oder drei Läden“, berichtete Proske. Deshalb würden für den Handel Werbeaktionen, Sonderangebote und ähnliches immer wichtiger. „Der Händler muss darum kämpfen, dass der nächste Einkauf bei ihm stattfindet und nicht beim Wettbewerber. Da sind Preisaktionen eine ganz wichtiger Hebel.“

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Vermehrt seien Sonderangebote zurzeit bei Discountern zu finden, betonte der Nielsen-Experte. Die Billiganbieter litten darunter, dass die Verbraucher momentan häufiger in die Supermärkte gingen, weil sie dort alle Einkäufe auf einen Schlag erledigen könnten. Die Discounter versuchten, mit Preisaktionen gegenzusteuern.

Erster Lockdown hat Handel vor Herausforderungen gestellt

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Zu Beginn der Pandemie im Frühjahr war die Zahl der Sonderangebote im Handel zunächst spürbar zurückgegangen. „Im zweiten Quartal 2020 konnten wir beobachten, dass es deutlich weniger Rabattaktionen für Waren des täglichen Gebrauchs gab“, berichtete Nielsen-Expertin Anne Haine. Denn viele Produkte hätten sich in dieser Zeit auch ohne Preisnachlässe verkauft.

Die Händler hätten ihr Hauptaugenmerk damals auf die Bewältigung der durch den Lockdown entstandenen Probleme gelegt, sagte Erhardt. In manchen Produktkategorien - etwa bei Toilettenpapier oder Nudeln – habe es gar nicht genug Ware gegeben, um die generelle Nachfrage zu befriedigen. Außerdem habe der Handel die neuen Hygienekonzepte erst einmal umsetzen müssen. Das habe Werbeaktionen Grenzen gesetzt.

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Jeder fünfte Artikel wird reduziert gekauft

Dass der derzeitige Teil-Lockdown ähnliche Auswirkungen haben wird, glaubt Erhardt nicht. „Es gibt noch keine belastbaren Daten, aber wir erwarten nicht, dass der aktuelle Lockdown light zu einem Rückgang der Promotion-Aktivitäten führt.“

In Deutschland wird Nielsen zufolge rund ein Fünftel der Konsumgüter vom Kaffee bis zum Waschmittel mit Rabatt gekauft. Insgesamt hätten die Verbraucher in den vergangenen zwölf Monaten 15,3 Milliarden Euro für preisreduzierte Produkte ausgegeben, 500 Millionen Euro mehr als im Vorjahr. Besonders erfolgreich sind Sonderangebote Nielsen zufolge bei Produkten, die regelmäßig gekauft werden und einen relativ hohen Preis haben – wie Waschmittel oder Kaffee oder auch alkoholische Getränke.

RND/dpa

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