Wie Sie mit Sparplänen Ihr Vermögen aufbauen

  • Der persönliche Vermögensaufbau ist für viele Menschen ein schwieriges Thema.
  • Dabei ist Vermögensaufbau eigentlich ganz einfach - zum Beispiel mit einem Sparplan.
  • Der Aufwand ist gering, das Ergebnis oft überzeugend.
Anzeige
Anzeige

Berlin. Sich um das eigene Geld zu kümmern, ist für viele Menschen eine recht fürchterliche Vorstellung. Denn das Thema ist mit vielen Unsicherheiten besetzt: Wo soll man es anlegen? Ist das dann auch wirklich sicher? Kann man dem Berater trauen?

Allerdings wissen viele auch: Ohne Finanzpolster kann es schnell eng werden. Dieses Bewusstsein scheint in der aktuellen Corona-Krise noch einmal gewachsen zu sein: Laut einer repräsentativen Umfrage von Kantar im Auftrag der Postbank gaben im April 77 Prozent der rund 1000 befragten Bundesbürger an, Rücklagen zu bilden. 2019 waren es 74 Prozent.

Das Girokonto ist nicht zum Sparen gedacht

Weiterlesen nach der Anzeige
Anzeige

Doch wo bleibt das Geld? Hier machen es sich die meisten Sparer offenbar einfach: Sie parken es vor allem auf dem Girokonto (50 Prozent) oder auf dem Sparbuch (34 Prozent). Das Problem: Die Rücklagen verlieren auf einem unverzinsten Konto stetig an Wert.

Ein Beispiel: 10.000 Euro verlieren auf einem Konto ohne Zinsen bei einer angenommenen Inflationsrate von 0,9 Prozent in den kommenden fünf Jahren rund 440 Euro an Kaufkraft. Die Rücklagen sind dann also nur noch etwa 9560 Euro wert. Nach zehn Jahren schrumpft der Wert sogar auf rund 9140 Euro.

Die persönliche Risikoneigung bestimmt die Anlage

Anzeige

Dabei kann lukrative Geldanlage im Prinzip ganz nebenbei funktionieren. Wer regelmäßig eine Summe X beiseite legen kann, sollte sich nur einmal für ein passendes Finanzprodukt entscheiden und kann dann einen Sparplan einrichten. Wirklich viel Arbeit ist das nicht.

Je nach Risikoneigung haben Sparer die Wahl: Nutzen sie einen Banksparplan, einen Sparplan auf einen Aktien-ETF oder eine Kombination aus beidem? Wer Kursschwankungen an den Börsen nicht ertragen kann, sollte nur wenig in Aktien stecken und eher mehr in einen Banksparplan investieren. Wer hingegen etwas mehr Unruhe im Depot verträgt, kann sich auf Fondssparpläne konzentrieren.

Wichtig für den Erfolg: Sparer sollten sich selbst einen Zeithorizont setzen, erklären die Experten der Stiftung Warentest. Denn wer auf langfristigen Vermögensaufbau setzt, sollte das Geld vorher auch nicht antasten. Hilfreich ist es deshalb, sich zusätzlich eine Finanzreserve anzulegen, mit der unvorhergesehene Ausgaben oder größere Anschaffungen bestritten werden können. Die langfristige Vermögensbildung sollte davon getrennt sein.

Ein Banksparplan bieten Verlässlichkeit

Der Sicherheitsbaustein im Depot für den Vermögensaufbau ist ein Banksparplan. Wirklich reich wird man auf diese Weise zwar nicht. Aber die Produkte sind verlässlich. Denn beim Banksparplan gibt es keine Schwankungen.

Das heißt: Sparer können ihrem Vermögen beim Wachsen zusehen. Und: Ein solcher Sparplan ist bequem. Er muss nur einmal eingerichtet werden und läuft dann automatisch.

Der Haken: Das Angebot ist sehr dünn, erklärt die Stiftung Warentest. Von 160 Instituten, bei denen sich die Warentester nach Angeboten erkundigten, hatten nur 15 Institute einen entsprechenden Sparplan im Programm.

Denizbank mit besten Angebot

Der beste stammt von der in Österreich ansässigen Denizbank und bringt den Angaben zufolge für zehn Jahre immerhin 1 Prozent Zinsen pro Jahr. Auch bei der FMH-Finanzberatung sind nur zwei bundesweite Angebote zu finden, neben dem Angebot der Denizbank noch ein Sparplan der Volkswagen Bank.

Anzeige

Was die Auswahl erschwert: Die Anbieter arbeiten mit unterschiedlichen Erträgen. Mal wird eine feste Zinstreppe angeboten, mal ein fester Basiszins mit steigenden Boni. Andere haben einen variablen Basiszins plus konstanten Boni oder einen Schlussbonus. Sparer sollten also gut rechnen, bevor sie sich für eine lange Vertragslaufzeit binden.

Aktien(fonds) bringen Schwung ins Depot

Soll das Vermögen schneller wachsen als die Inflationsrate, kommen Sparer derzeit um einen Aktienfonds nicht herum. Gut geeignet sind börsengehandelte Aktienfonds, sogenannte ETF. Sie sind im Vergleich zu gemanagten Fonds günstig.

Voraussetzung, um einen Sparplan einzurichten, ist ein Depot. Wer sein Konto bei der Filialbank hat, muss dafür möglicherweise ein Onlinekonto eröffnen. Bei Direktbanken ist die Eröffnung eines Depots in der Regel unkompliziert. Wer will, kann aber auch einen Broker nutzen, die laut Stiftung Warentest günstig sind. Auch Robo Advisor wie Scalable oder Quirion bieten inzwischen ETF-Sparpläne an.

Bei der Suche nach dem passenden Fonds dürfen Anleger sich nicht von dem großen Angebot beeindrucken lassen. Für Einsteiger ist es ratsam, erst einmal einen ETF auf einen Weltindex wie den MSCI World, den MSCI All Country World oder den FTSE All-World zu wählen. Entsprechende Fonds stammen von Anbietern wie Blackrock (ishares), DWS (Xtrackers) oder Lyxor, den Vermögensverwaltungsexperten der Société Générale-Gruppe.

Erfolgreich mit langfristigem Anlagehorizont

Bei Aktien sollten Sparer besonders diszipliniert sein. Denn: Je länger der Anlagehorizont, desto geringer die Gefahr, Verluste zu erleiden. Langfristig orientierte Anleger müssen bei kurz- und mittelfristigen Kursschwankungen nicht nervös werden, wie ein Blick auf das Renditedreieck des Deutschen Aktieninstituts zeigt.

Wer zum Beispiel im Jahr 2000 in Dax-Aktien investierte, konnte bis Ende 2019 eine durchschnittliche Rendite von 7,3 Prozent pro Jahr verbuchen. Und das trotz dem Platzen der Dotcom-Blase und der Finanzkrise in dieser Zeit.

RND/dpa

“Staat, Sex, Amen”
Der neue Gesellschaftspodcast mit Imre Grimm und Kristian Teetz
  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen