We-Work-Rettung: Investor übernimmt, Gründer geht mit Milliardenpaket

  • We Work galt als das wertvollste Start-up der Welt – jetzt musste es gerettet werden.
  • Japan-Großinvestor Softbank übernimmt die Kontrolle.
  • Gründer Adam Neumann scheiterte am Börsengang – und geht mit Milliardenpaket.
Fabian Hartmann
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Keine Frage, für Büroraumanbieter We Work war es bisher ein Horrorjahr: Noch im Januar galt das 2010 gegründete Unternehmen mit einer Bewertung von 47 Milliarden Dollar als eines der wertvollsten Start-ups der Welt. Keine zehn Monate später ist vom alten Glanz nicht mehr viel geblieben. Das Geschäft verharrt tief in den roten Zahlen, der ambitionierte Börsengang scheiterte im September kläglich – und das Geld wird knapp. Gerade mal mit rund 8 Milliarden Dollar wird We Work noch bewertet. Selten wurde in kurzer Zeit so viel Wert vernichtet.

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Um das taumelnde Unternehmen vor der Pleite zu retten, stellt der japanische Technologiekonzern und Großaktionär Softbank weitere 9,5 Milliarden Dollar über neue Kredite und den Kauf von Anteilen zur Verfügung – und übernimmt damit die Kontrolle. Das „Wall Street Journal“ berichtete zuerst darüber. Softbank hatte schon vor der Rettung 10 Milliarden Dollar in das Unternehmen gepumpt, die Japaner hielten bisher ein Drittel der Anteile – mit dem Investment sind es 80 Prozent.

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We-Work-Gründer Adam Neumann scheiterte am Börsengang

Die Übernahme bedeutet auch ein Ende des Einflusses von We-Work-Gründer Adam Neumann. Das allerdings lässt er sich teuer bezahlen: Adam erhält 1,7 Milliarden Dollar von Softbank, davon eine Milliarde für seine Anteile. Neumann bleibt einfaches Mitglied des Aufsichtsgremiums. Erst kürzlich war er vom Chefposten zurückgetreten. Neumann war es, der We Work an die Börse bringen wollte – und kläglich scheiterte. Der Börsengang wurde abgesagt, die Händler waren entsetzt über die hohen Verluste und dubiosen Geschäfte zwischen Neumann und We Work. Jetzt ist das Unternehmen gerettet – zumindest vorerst.

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Für die Softbank-Aktionäre ist der Niedergang We Works keine gute Nachricht. So gab der Kurs des Unternehmens, das unter anderem auch bei Wirecard engagiert ist, nach Bekanntgabe der neuen Milliardenspritze um mehr als 3 Prozent auf 4164 Yen. Damit baute die Aktie ihre Verluste der vergangenen Monate aus. Im April hatte das Papier noch fast 6000 Yen gekostet.

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Fabian Hartmann / RND / dpa