• Startseite
  • Wirtschaft
  • Werbeanrufe und Telefonabzocke: Bundesnetzagentur meldet weniger Beschwerden

Werbeanrufe und Telefonabzocke: Bundesnetzagentur meldet weniger Beschwerden

  • Die Bundesnetzagentur verzeichnet in diesem Jahr weniger Beschwerden wegen Werbeanrufen und Telefonabzocke.
  • Im ersten Halbjahr gingen dort gut 39.000 weniger Beschwerden als im gleichen Zeitraum des Jahres zuvor ein.
  • Im vergangenen Jahr musste die Behörde noch Bußgelder in Höhe von rund 1,3 Millionen Euro verhängen.
Anzeige
Anzeige

Bonn. Werbeanrufe und Telefonabzocke haben die Bundesbürger in diesem Jahr bisher offensichtlich weniger genervt. Bei der Bundesnetzagentur ist die Zahl der Beschwerden im Bereich Telekommunikation kräftig gesunken. In den ersten sechs Monaten dieses Jahres gingen dort knapp 76.000 Verbraucherbeschwerden ein, gut 39.000 weniger als im gleichen Zeitraum des Jahres zuvor, wie die Bundesnetzagentur mitteilte. Die Bonner Behörde ist für die Bekämpfung des Missbrauchs von Rufnummern zuständig.

Bundesnetzagentur verhängt 2019 rund 1,3 Millionen Euro Bußgeld wegen unerlaubter Telefonwerbung

Die meisten Beschwerden richteten sich gegen unerlaubte Telefonwerbung. Gut 27.000 Verbraucher wandten sich an die Netzagentur, weil sie unerbetene Verkaufsanrufe beispielsweise für Strom- und Gasverträge, Finanz- und Versicherungsprodukte oder Gewinnspiele erhalten hatten. Das waren knapp 4000 Beschwerden weniger als im ersten Halbjahr 2019. Die Behörde kann Bußgelder wegen unerlaubter Telefonwerbung verhängen, im gesamten vergangenen Jahr waren es rund 1,3 Millionen Euro.

Deutlich zurückgegangen sind die Beschwerden wegen sogenannter Ping-Anrufe, mit denen teure Rückrufe ins Ausland provoziert werden sollen. Statt gut 21.500 wie im ersten Halbjahr 2019 waren es diesmal nur knapp 4300 Beschwerden. Bei Ping-Anrufen klingelt es nur kurz auf dem eigenen Handy, woraufhin man mitunter reflexhaft zurückruft, weil die Ländervorwahl einer deutschen Ortsvorwahl ähnelt. Ruft der Verbraucher zurück, wird er absichtlich mit schwer verständlichen Bandansagen in der Leitung gehalten.

Anzeige

Bei solchen Anrufen kann die Bundesnetzagentur unter anderem ein “Rechnungslegungs- und Inkassierungsverbot” verfügen – das heißt, dass die hohen Telefongebühren fürs Ausland doch nicht bezahlt werden müssen. Ist die Rechnung schon beglichen, ist es zu spät. Dann hat der Geprellte zivilrechtliche Ansprüche gegen Unbekannte im Ausland.

RND/dpa

“Staat, Sex, Amen”
Der neue Gesellschaftspodcast mit Imre Grimm und Kristian Teetz
  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen