So viel sollte ein Weihnachtsbaum 2020 kosten

  • Die Vorweihnachtszeit beginnt - und viele Haushalte sehen sich nach Weihnachtsbäumen um.
  • Die könnten in diesem Jahr teurer werden, warnen Fachleute.
  • Schließlich seien durch die Pandemie die Kosten der Erzeuger gestiegen.
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Weihnachtsbäume könnten in diesem Jahr etwas teurer werden als in den Vorjahren: Gleich mehrere Verbände von Waldbesitzern und anderen Erzeugern warnen, dass die Pandemie ihre Kosten in die Höhe getrieben hat. Doch letztendlich geht es um überschaubare Preissteigerungen.

Für die Erzeuger ist die Situation jedenfalls klar: Die Pandemie hat ihr Geschäft verändert. Weniger im Hinblick auf den Handel mit Weihnachtsbäumen, als viel mehr bei der Aufzucht: Arbeitskräfte aus Osteuropa würden teilweise fehlen, zugleich sorgten Hygienekonzepte für höhere Kosten in den Baumschulen und Wäldern, berichtet das Stuttgarter Agrar-Portal Pro Planta. Auch dank Abstandsregeln notwendig gewordene größere Verkaufsflächen würden 2020 wohl zu Preissteigerungen führen.

Was kostet eine Nordmann-Tanne 2020?

Die können je nach Region unterschiedlich ausfallen, doch eine grobe Orientierung bietet Pro Planta. Weihnachtsbäume, deren Preis üblicherweise je laufender Meter berechnet wird, verteuern sich demnach um etwa zehn Prozent. Die beliebte Nordmann-Tanne kostet demnach 20 bis 25 Euro je Meter statt 18 bis 23 Euro im Vorjahr.

Was kosten Blaufichten und Fichten 2020?

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Ähnlich sieht es bei Fichten und Blaufichten aus: Die Preise für Blaufichten dürften in diesem Jahr auf 10 bis 16 Euro je laufender Meter steigen. Bei den deutlich günstigeren einfachen Fichten dürfte es auf 6 bis 10 Euro hinauslaufen, heißt es bei Pro Planta.

Weihnachtsbäume selber schlagen

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Glaubt man Branchenkennern, könnten in diesem Jahr deutlich mehr Bäume selber geschlagen werden - immerhin haben viele Käufer während des Teil-Shutdowns mehr Zeit für Ausflüge in den Wald. Entsprechende Angebote in der Region finden Interessenten recht unkompliziert per Google-Suche. Ohne Erlaubnis Weihnachtsbäume zu fällen, kann übrigens teuer werden: Wer erwischt wird, muss mit einer Anzeige wegen Diebstahls rechnen.

Ist Selber-Schlagen günstiger?

Zu den Anbietern gehören sowohl private Waldbesitzer als auch staatliche Landesforstbetriebe. In Brandenburg weisen diese aber momentan darauf hin, dass der selbstgeschlagene Baum nicht zwangsweise billiger als der vom Händler ist: Den Richtwert für die Nordmanntanne beziffert der Landesbetrieb Forst Brandenburg mit 25 Euro je laufender Meter.

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Weihnachtsbäume Online kaufen

2020 wird bekanntlich viel im Internet eingekauft – ein Trend, der auch vor Weihnachtsbäumen nicht halt macht. Günstiger ist das allerdings nicht zwangsweise, hat das Portal “Sparwelt” in einem Test herausgefunden. Dafür habe es bei den getesteten Angeboten immerhin keine großen Qualitätsprobleme gegeben. Die R&V-Versicherung warnt aber trotzdem, dass der Umtausch bei im Netz gekauften Weihnachtsbäumen komplizierter als beim sonstigen Onlineshopping ist. “Nur bei einem wirklichen Mangel kann der Kunde den geschlagenen Baum zurücksenden und einen kostenfreien Ersatz verlangen”, sagt R+V-Experte Michael Rempel.

Sind Weihnachtsbäume zu teuer?

Um heimliche Profiteure muss sich beim Weihnachtsbaum-Kauf wohl niemand Gedanken machen. Denn der Handel ist ein vergleichsweise transparentes Geschäft. Das liegt daran, dass der Großteil der jährlich verkauften 23-25 Millionen Weihnachtsbäume aus Deutschland stammt, wie die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) berichtet. Demnach kommen lediglich 20 Prozent der verkauften Weihnachtsbäume aus dem Ausland. Und dabei handele es sich überwiegend um besonders große Tannen, die in Dänemark gezüchtet werden.

Wie setzt sich der Preis eines Weihnachtsbaums zusammen?

Wofür die Kunden zahlen, offenbaren Rechnungen des Bundesverbands der Weihnachtsbaum- und Schnittgrünerzeuger aus dem Jahr 2016. Bei einer Nordmanntanne für 40 Euro geht demnach der größte Teil an den Händler. Doch auch die – meist zweijährige – Aufzucht der Bäume kostet die Erzeuger viel Geld.

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Eine neue Entwicklung sieht der Erzeugerverband aber: Für immer mehr Haushalte spiele es eine entscheidende Rolle, ob der Weihnachtsbaum aus der eigenen Region stamme. Mittlerweile betonten das mehr als die Hälfte der Verbraucher, heißt es angesichts von vom Verband in Auftrag gegebenen Verbraucherstudien. Der Hauptgrund für den Weihnachtsbaum aus der Region: Frische und Qualität – sowie die Hoffnung, dass der Baum nachhaltig angebaut wurde.

Sind Weihnachtsbäume eine Umweltsünde?

Laut dem Verband der Deutschen holzverarbeitenden Industrie werden in Deutschland jährlich knapp 30 Millionen Weihnachtsbäume verkauft – und wie das Umweltbundesamt (UBA) warnt, kommen bei deren Aufzucht oft künstliche Dünger, Insektizide und Pestizide zum Einsatz. Wie groß die entstehenden Umweltbelastungen insgesamt sind, kann die Behörde allerdings nicht beziffern. Wer auf Nachhaltigkeit Wert legt, könne aber gezielt nach Bio-Weihnachtsbäumen Ausschau halten. Die seien leicht am Bio- oder FSC-Siegel zu erkennen, zu den vertrauenswürdigen Siegeln zählen laut Behörde außerdem Bio-, Bioland-, Naturland-, Demeter-Kennzeichnungen. Entscheidend für die Ökobilanz seien außerdem kurze Transportwege, so das UBA.

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