Konjunktur: Die Aussicht auf das Weihnachts­geschäft wird immer trüber

  • Regionale Corona-Einschränkungen nehmen bundesweit zu.
  • Die Inflationsrate ist hoch, die Aussicht auf Kurzarbeit ängstigt.
  • Dieser Cocktail lässt die Konsumlaune einbrechen.
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München. Für den Handel braut sich hierzulande im wichtigen Weihnachts­geschäft ein bedrohlicher Sturm zusammen. Das signalisiert der Konsum­klima­index der Nürnberger Gfk-Forschungs­gruppe für Dezember. Für ihren Konsum­indikator prognostizieren die Forscher im Dezember nach zuvor zwei Anstiegen in Folge einen Rückgang um 2,6 auf minus 1,6 Punkte und damit den niedrigsten Wert seit einem halben Jahr.

„Das Konsumklima wird gegenwärtig von zwei Seiten in die Zange genommen“, erklärt Gfk-Experte Rolf Bürkl die Entwicklung. Das sei zum einen die vierte Corona-Welle mit ihren Einschrän­kungen auch für den stationären Handel und zum anderen eine Inflationsrate von aktuell gut 4 Prozent.

Angst um Einkommen führt zu geringerer Konsumlaune

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Das lässt alle drei Komponenten im Gfk-Konsum­klima­index nun auf eine steilere Talfahrt gehen, als von Experten im Vorfeld erwartet worden war. Bislang war der deutsche Handel noch von Rekord­umsätzen in der laufenden Weihnachts­saison ausgegangen. Das könnte auch anders kommen. Denn halbiert hat sich aktuell nicht nur die Konjunktur­stimmung der Verbraucher, für die Gfk noch 31 Punkte ermittelt. Ähnlich pessimistisch war die Stimmung zuletzt auch in den Chefetagen der deutschen Wirtschaft und unter Konjunktur­prognostikern.

Stärker auf das direkte Kauf­verhalten auswirken dürften sich zudem die Erwartungen für das eigene Einkommen, die im Gfk-Konsum­barometer nach schon starken Einbrüchen im Vormonat nun nochmals um gut 10 auf noch 12,9 Punkte nachgeben. Hier wirkt sich die Angst vor drohender oder schon bestehender Kurzarbeit wegen vielfach unterbrochener Lieferketten und auch infolge der vierten Corona-Welle aus. Zudem raubt die hohe Inflation immer mehr Kaufkraft.

Auch unterbrochene Lieferketten sind ein Faktor

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Auf ein Neun­monats­tief gefallen ist vor allem die Anschaffungs­neigung deutscher Verbraucher. Dieser Teilindikator halbiert sich aktuell auf noch knapp 10 Punkte. Im November 2020 lag er gut 20 Punkte höher.

Dazu kommt, dass die Lieferketten gerade in Produkt­bereichen wie Unterhaltungs­elektronik, die sich traditionell oft unter dem Weihnachtsbaum wiederfindet, derzeit unterbrochen sind. Viele potentielle Geschenke werden deshalb bald nicht mehr zu kaufen sein oder sind es schon nicht mehr, befürchten Experten. Die Gemengelage führt insgesamt dazu, dass ausgerechnet in der sonst kaufkraft­starken Vorweihnachts­zeit wieder verstärkt gespart und weniger konsumiert wird, erklärt Gfk.

RND

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