Wegen Pandemiehilfen: Öffentliche Schulden erreichen weltweit Rekordniveau

  • Durch die Corona-Pandemie hat die Staatsverschuldung weltweit zugenommen.
  • Nach Schätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) dürften die Schulden fast 100 Prozent der jährlichen weltweiten Wirtschaftsleistung erreichen.
  • 2022 könnte sich die Schuldenquote auf diesem Niveau stabilisieren.
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Washington. Die Corona-Pandemie lässt die öffentliche Verschuldung auf der Welt nach Schätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) auf ein Rekordhoch steigen. In diesem Jahr dürfte die globale Staatsverschuldung auf fast 100 Prozent der jährlichen weltweiten Wirtschaftsleistung (BIP) steigen, teilte der IWF am Mittwoch in Washington mit. Im kommenden Jahr werde sich die Schuldenquote auf diesem hohen Niveau stabilisieren, erwartet der IWF.

Knapp 12 Billionen US-Dollar für Pandemie-Hilfe

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Der Fonds veranschlagt die öffentlichen Mittel, die bisher aufgrund der Virus-Krise geflossen sind, auf weltweit 11,7 Billionen US-Dollar oder knapp 12 Prozent der globalen Wirtschaftsleistung. Die Hälfte dieser Summe bestehe aus zusätzlichen Staatsausgaben oder entgangenen Staatseinnahmen wie Steuerkürzungen. Die andere Hälfte bestehe aus Liquiditätshilfen wie Krediten oder Garantien sowie Kapitalspritzen für wirtschaftlich bedrohte Firmen.

Das entschlossene Eingreifen der Länder habe einerseits Leben gerettet, wirtschaftlich angeschlagenen Unternehmen und Privatpersonen geholfen sowie die Konjunktur gestützt. Die Folgen für die öffentlichen Finanzen seien jedoch "massiv". So sei die Neuverschuldung weltweit im Durchschnitt um neun Prozent des BIP gestiegen.

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IWF befürwortet weitere Staatsausgaben

Trotz dieser bedenklichen Zustandsbeschreibung spricht sich der IWF für weitere fiskalische Unterstützung aus, um Armut, Unterbeschäftigung und Ungleichheit infolge der Krise zu begegnen. Eine besondere Rolle erkennt der Fonds den öffentlichen Investitionen zu, die aus seiner Sicht geeignet sind, entsprechende private Investitionen anzuschieben.

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Investierten die Industrie- und Schwellenländer ein Prozent ihrer Wirtschaftsleistung, könne dies das BIP um 2,7 Prozent erhöhen, die privaten Investitionen um 10 Prozent steigern und zwischen 20 und 33 Millionen Jobs entstehen lassen, erklärte IWF-Direktor Vitor Gaspar.

RND/dpa

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