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Nach Rettung: Lufthansa muss jetzt Wert für die Volkswirtschaft zeigen

  • Die Lufthansa ist an der Börse noch vier Milliarden Euro wert und wird jetzt vom Staat mit neun Milliarden Euro gerettet.
  • Dabei sind die Zeiten der nationalen Fluggesellschaften längst vorbei, meint RND-Wirtschaftskorrespondent Frank-Thomas Wenzel.
  • Die Lufthansa sollte jetzt kluge Mobilitätskonzepte entwickeln.
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Muss das wirklich sein? Eine Fluggesellschaft, die an der Börse noch vier Milliarden Euro wert ist, wird vom Staat mit neun Milliarden Euro gerettet. Doch die Lufthansa hat es verdient, ihr eine Überlebenschance zu geben. Schon allein deshalb, weil sie unverschuldet in eine schwere Existenzkrise gebracht wurde. Die Beschränkungen durch die Corona-Krise haben die Geschäftstätigkeit nahe des Nullpunkts gebracht.

Gleichwohl stellt sich die Frage, wie viel Geld angemessen ist. Müssen es wirklich neun Milliarden Euro sein? Hessen Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) hat die massive Unterstützung damit gerechtfertigt, dass Deutschland „eine im Weltmaßstab wettbewerbsfähige Airline braucht“.

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Lufthansa - Gespräche über Rettungsplan auf der Zielgeraden
1:50 min
Die in der Coronakrise unter Druck geratene Deutsche Lufthansa steht kurz vor einer Einigung mit der Bundesregierung über ein milliardenschweres Rettungspaket.  © Frank-Thomas Wenzel/Reuters
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Ära nationaler Fluggesellschaften ist vorbei

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Warum eigentlich? Wenn die Lufthansa verschwindet, werden zahlreiche Fluggesellschaften aus verschiedenen Ländern die Lücke sofort füllen. Die Wahrer des Standorts Deutschland müssen sich keine Sorgen machen, dass eine Unterversorgung mit Mobilitätsangeboten beim Fliegen drohen könnte. Zumal unter den konkurrierenden Airlines einige sind, die in puncto Pünktlichkeit, Preis-Leistungsverhältnis und Service besser als die Lufthansa sind. Die Zeiten der nationalen Fluggesellschaften sind schon länger vorbei.

Die Lufthansa muss nun mit dem massiven Einstieg des Staates vielmehr selbst den Nachweis erbringen, dass sie für unsere Volkswirtschaft wirklich wertvoll ist. Etwa indem sie kluge Mobilitätskonzepte entwickelt. Nicht Flugverbote sind damit gemeint, sondern Verknüpfungen mit klimafreundlichen und effizienten Verkehrssystemen. Gemeint ist die Deutsche Bahn, sofern dieses es endlich schafft, ihre enormen Potenziale auszuspielen. Idealerweise kann daraus ein System entstehen, das die nahtlose Beförderung zu den großen Flughäfen gewährleistet, wo die Langstreckenjets starten.

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Lufthansa sollte sich klimafreundlicher aufstellen

Zugleich könnte dann auch gleich auf Inlandsfüge verzichtet werden, mit denen die Lufthansa sowieso kaum Geld verdient. Auch bei der Entwicklung von synthetischen Kraftstoffen aus Öko-Strom sollte die Lufthansa eine zentrale Rolle spielen. Diesen Sprit braucht die Luftfahrtbranche in den nächsten Jahren, wenn die Klimaziele erreicht werden sollen. Gut, dass künftig Abgesandte der Bundesregierung im Aufsichtsrat der Lufthansa sitzen, sie können helfen, den unabdingbaren Umbau des Konzerns in die richtige Richtung zu lenken. Es kann nur gen Klimaschutz gehen.


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