VW will Produktion in Wolfsburg auf eine Million Autos erhöhen

Es ist das größte Autowerk in Europa, jetzt soll die Produktion noch einmal deutlich ausgebaut werden: Volkswagen will die Zahl der hergestellten Fahrzeuge in Wolfsburg auf rund eine Million im Jahr erhöhen.

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Wolfsburg. Volkswagen plant, mit Einführung des Golf 8 die Produktion des Kompaktwagen-Klassikers komplett ins Stammwerk zu verlagern. Perspektivisch soll die Zahl der hergestellten Fahrzeuge in Wolfsburg auf rund eine Million im Jahr ansteigen, berichtet die "Wolfsburger Allgemeine Zeitung".

Die höheren Stückzahlen will VW auch durch eine höhere Produktivität erreichen. Im Zukunftspakt war vereinbart worden, die Produktivität bis 2020 um 25 Prozent zu erhöhen – und zwar in allen Werken.

VW will Produktivität durch ein Acht-Punkte-Programm steigern

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Wie Dr. Andreas Tostmann, seit Februar VW-Markenvorstand für den Bereich Produktion und Logistik, erläutert, soll die Produktivität mithilfe eines Acht-Punkte-Programms gesteigert werden. Hintergrund sei der von VW-Chef Herbert Diess angekündigte Paradigmenwechsel von der Produkt- zur Prozessorientierung. „Früher haben wir Dinge mit großem Aufwand realisiert. Allein für das Golf-Lenkrad gab es 90 Angebotsvarianten. Jetzt haben wir diese auf 15 reduziert“, verdeutlicht Tostmann.

Ein weiterer Effizienzhebel sei die „aufwandsarme Fabrik“, bei der durch „Best Copy“ und Standardisierung auch eine bessere Investitions-Effizienz entstehe.

Das Arbeitsumfeld wird sich ändern

Fest steht, dass sich das Umfeld vieler Arbeitsplätze verändern wird. So lautet einer der acht Handlungsfelder der neuen Produktionsstrategie „Mannschaft der Zukunft“. Laut Tostmann seien Qualifizierungsprogramme für die Mitarbeiter geplant. Gleichwohl konstatierte er, dass es auch künftig Arbeitsplätze gebe, die mit Digitalem wenig zu tun hätten.

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Die Effizienzsteigerung sei allerdings ein wesentlicher Erfolgsfaktor für den Autobauer, erklärte der Produktionsvorstand. Im vergangenen Jahr habe VW 6,2 Millionen Autos hergestellt. Zwei Drittel der gesamten Sachkosten entfielen auf die Produktion, die insofern eine wichtige Stellschraube darstelle. Das Stichwort lautet: „Lean production“ – die Fertigung bei weitgehender Ressourcen-Optimierung.

Rendite der Volkswagen-Kernmarke soll deutlich steigen

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Um den Transformationsprozess weiter vorantreiben und finanzieren zu können, müsse Volkswagen seine Rendite deutlich verbessern, sagt Tostmann. Das Ziel: von derzeit vier Prozent auf mindestens sechs Prozent. Der Top-Manager sagt: „Um weiterhin wettbewerbsfähig zu bleiben, braucht VW weitere Anstrengungen“. Klar ist für ihn: „In Wolfsburg schlägt das Herz von Volkswagen.“

Von Michael Lieb/WAZ/RND

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