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Neues Logo und eine Weltpremiere: VW läutet mit der ID.3-Vorstellung die IAA ein

  • Am Vorabend der IAA-Eröffnung hat Volkswagen den ID.3 vorgestellt.
  • Der neue Stromer ist das erste E-Auto von VW, das auf der neuen Elektromobilitätsplattform aufbaut.
  • VW hofft, den ID.3 in möglichst großen Stückzahlen zu verkaufen – und sieht den ID.3 in einer Reihe mit Käfer und Golf.
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VW will auf der IAA den Neuanfang demonstrieren. Genau vier Jahre nach Bekanntwerden des Dieselskandals steht auf der Automesse das erste neu entwickelte Elektroauto des Konzerns. Am Abend sollte der ID.3 in Frankfurt erstmals ohne die obligatorischen Tarnfolien gezeigt werden. Gleichzeitig versucht der Konzern einen anderen öffentlichen Auftritt: Das Markenzeichen wurde überarbeitet, „offener und lebendiger“ will VW künftig auftreten.

Dazu gehörte am Montag auch ein Streitgespräch von Konzernchef Herbert Diess mit einer Umweltaktivistin, die sich Tina Velo nennt – und zu den Iniatoren der erstmals wohl größeren Proteste gegen die IAA gehört. Für Diess kein einfacher Termin, er musste sich unter anderem für den Dieselskandal, die hohen SUV-Verkaufszahlen und den späten Start in die E-Mobilität rechtfertigen. Und auch das Engagement für elektrisch betriebene Fahrzeuge nahm Velo Diess nicht ab. „Sie reden von Elektroautomobilität. Das ist eine Antriebswende, keine Verkehrswende.“

Diess hielt dagegen: „Auch wenn es einige mit ihrer Weltsicht nicht wahrhaben wollen: Das Auto hat eine große Zukunft. Denn es verliert seine negativen Eigenschaften.“ Den ID.3 verkauft VW als „erstes bilanziell CO₂-neutrales Elektroauto der Welt“. Es werde Ökostrom eingesetzt, die Batterien würden wiederverwertet und unvermeidbare Emissionen durch Klimaprojekte ausgeglichen.

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Beginn einer neuen Zeitrechnung?

„Für uns ist dieser Abend ein entscheidender Moment“, sagte Diess am Abend dann bei der Präsentation des ID.3. Er hatte die ID.3-Entwicklung seit 2015 maßgeblich vorangetrieben. Mit dem Auto im Golf-Format soll für VW eine neue Zeitrechnung beginnen. Auf der neuen Fahrzeugplattform sollen mehr als 20 E-Mo­del­le der verschiedenen Konzernmarken von der Reiselimousine über das SUV bis zum Bulli entstehen. Im Jahr 2025 will VW weltgrößter Hersteller von Elektroautos sein und eine Million Fahrzeuge jährlich verkaufen – das dürfte dann knapp ein Zehntel der gesamten Konzernproduktion sein.

Im Profil: Der ID.3 soll dem Konzern zum Durchbruch bei der Elektromobilität verhelfen. © Quelle: Silas Stein/dpa

Im Gegensatz zu den meisten Konkurrenten setzt VW bedingungslos auf Masse. Wenn man Herstellern wie Tesla etwas voraushabe, dann sei es die Erfahrung mit großen Stückzahlen, heißt es im Konzern. Das drückt auch die Produktionskosten und die Einkaufspreise bei den Zulieferern. Die Preise für den ID.3, der vom nächsten Frühjahr an lieferbar ist, werden aber trotzdem erst bei 30.000 Euro beginnen. Das Ziel des Konzerns sei es, „E-Mobilität von der Nische in die Mitte der Gesellschaft“ zu bringen, sagte Diess. Passend dazu auch das neue VW-Logo – dass ohne dreidimensionale Kanten und Ähnliches deutlich schlichter wirkt als sein Vorgänger.

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Damit das gelingt, sei allerdings ein Systemwechsel nötig, den die Autoindustrie allein nicht leisten könne. Diess stellte bei der Präsentation in Frankfurt Forderungen auf: „Wir müssen so schnell wie möglich aus der Energieerzeugung mit Kohle aussteigen“, sagte er. Gleichzeitig müssten die Speichermöglichkeiten für Ökostrom verbessert werden – dazu könnten auch die Akkus der E-Autos dienen. Der Aufbau der Ladeinfrastruktur müsse vereinfacht und beschleunigt werden.

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Außerdem forderte Diess Subventionen für die Käufer auch von kleinen oder gebrauchten E-Autos. Konkret nannte er einen Mobilitätsfonds, aus dem kostenfreies Laden für E-Autos finanziert werden könnte, die weniger als 20.000 Euro gekostet haben. Und schließlich forderte Diess, das System der Kfz- und CO₂ -Besteuerung zu überarbeiten. Elektrisches Fahren müsse sich für die Kunden lohnen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel wird am Donnerstag Gelegenheit haben, darauf zu reagieren. Dann wird sie die IAA eröffnen.