Weil Gretas Familie einschritt: VW löscht Thunberg-Werbung

  • Dass VW Werbung mit einem Foto von Greta Thunberg gemacht hat, kam bei Klimaschützern nicht gut an.
  • VW bewarb damit seine Konzernstrategie, mehr der Nachhaltigkeit verpflichtet zu sein.
  • Doch Thunberg hält von solchen Auftritten gar nichts.
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Wolfsburg. Ein Foto der schwedischen Klimaschutzaktivistin Greta Thunberg, mit dem Volkswagen geworben hatte, hat dem Konzern Ärger beschert. Inzwischen habe das Unternehmen auf Beschwerden reagiert und das Bild von seinen Seiten entfernt, sagte ein Sprecher dem Evangelischen Pressedienst am Freitag.

Auf Twitter hatte die 16-Jährige angemerkt, dass ihr Name und Fotos von ihr wohl zu Werbezwecken eingesetzt würden. Sie betonte, dass sie dafür nie eine Erlaubnis erteilt habe und bat ihre 1,4 Millionen Twitter-Follower, ihr solche Nutzungen mitzuteilen. Der Amerikaner Callum Grieve antwortete mit einem Screenshot einer Seite der Volkswagen AG, den inzwischen mehrere Hundert Twitter-Nutzer markiert und geteilt haben.

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Darauf ist Greta Thunberg mit einem Regenschirm zu sehen und dem Zitat "Wir schulden es unseren Kindern, die richtigen Antworten zu finden." Grieve schrieb dazu: "Sieht so aus, als ob VW, die Firma, die bei Tests mit Diesel-Emissionen schummelte und unsere Kinder vergiftete, nun versucht, für Elektrofahrzeuge zu werben, ohne Gretas Einverständnis."

Der VW-Sprecher sagte, Volkswagen habe von einer kommerziellen Fotodatenbank ein Bild von Greta Thunberg als Person der Zeitgeschichte erworben, um damit einen Artikel auf der Internetseite des Konzerns zu illustrieren. Nach einem Hinweis aus dem Umfeld der Familie Thunberg habe der Konzern das Foto ausgetauscht.

Bereits im Frühjahr gerieten die Wolfsburger in die Kritik von Klimaschützern. Volkswagen war Hauptsponsor des Fernsehpreises "Goldene Kamera". Im Anschluss an eine Preisverleihung an Greta Thunberg, die sich in ihrer Rede für eine bessere Klimapolitik eingesetzt hatte, überreichte die Jury an Nachwuchsschauspielerin Milena Tscharntke als Preis einen Mini-SUV von Volkswagen. Der Pressesprecher betonte, dass das Vorgehen bereits beschlossen gewesen sei, bevor die Preisträger bekanntgegeben worden seien.

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epd

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