VW braucht einen zweiten Stabilitätsanker

  • Das starke Geschäft von VW in China genügt auf Dauer nicht.
  • Die Abhängigkeit wird zum Risiko.
  • Der nächste Anlauf in den USA muss sitzen, meint Frank-Thomas Wenzel.
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Der Volkswagen-Vorstand hat China als „Stabilitätsanker in der Krise“ bezeichnet. Die Einbußen fielen dort im Corona-Jahr 2020 geringer aus als in anderen Märkten. Vor allem wegen der starken Präsenz in China stehen die Wolfsburger erheblich besser da als viele Konkurrenten.

Doch dieser Erfolg hat eine Schattenseite. Der dortige Marktanteil von fast 20 Prozent bedeutet auch eine große Abhängigkeit mit entsprechenden Risiken. Staatspräsident Xi Jinping will sein Land in eine größere Unabhängigkeit von ausländischen Unternehmen steuern. Heimische Automarken, die bei neureichen Chinesen noch verpönt sind, sollen populärer gemacht werden. Dass die Regierung sehr rigoros gegen Unternehmen vorgeht, die ihr nicht mehr in den Kram passen, lässt sich derzeit an der Kampagne gegen die Marktmacht großer heimischer Hightechkonzerne wie Tencent oder Alibaba studieren. Zudem hat selbst das chinesische Wirtschaftswachstum Grenzen.

VW muss internationale Aktivitäten diversifizieren

Volkswagen kommt aus dieser Abhängigkeit aber so schnell nicht raus. Umso wichtiger ist für den Konzern, seine internationalen Aktivitäten zu diversifizieren. Hierbei müssen die USA eine zentrale Rolle spielen. Denn es handelt sich um den zweitgrößten Automarkt der Welt, und es gibt dort einen gigantischen Nachholbedarf bei umweltfreundlichen Autos.

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Volkswagen hatte die USA lange Zeit vernachlässigt, dann mit manipulierten Dieselmotoren versucht, auf die Schnelle Marktanteile zu gewinnen. Solche Fehler darf sich der Konzern nicht noch einmal leisten. Der VW-Vorstand muss das Angebot mit effizienten Elektroautos kontinuierlich und mit langem Atem massiv ausbauen – auch wenn damit zunächst einmal keine großen Gewinne gemacht werden können. Denn der Konzern braucht einen neuen Stabilitätsanker.

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