Vorjahresvergleich: Inflation von 0,0 Prozent im August erwartet

  • Die Inflationsrate für August wird im Vorjahresvergleich voraussichtlich 0,0 Prozent betragen.
  • Im Vergleich zum Vormonat sank der Verbraucherpreisindex um 0,1 Prozent.
  • Die endgültigen Ergebnisse für August werden am 11. September 2020 veröffentlicht.
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Wiesbaden. Die Inflation in Deutschland bleibt in der Corona-Krise im Keller. Die Jahresrate lag im August bei 0,0 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag anhand vorläufiger Daten mitteilte. Sie sei unter anderem durch die seit 1. Juli geltende Mehrwertsteuersenkung beeinflusst, erklärte die Wiesbadener Behörde. Im Juli waren die Verbraucherpreise nach der Senkung der Mehrwertsteuer sogar um 0,1 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat gefallen.

Inflation stagniert auf Vorjahresniveau

Deutlich günstiger als im August 2019 waren Haushaltsenergie und Kraftstoffe (minus 6,3 Prozent). Nahrungsmittel verteuerten sich um 0,7 Prozent, der Preisauftrieb schwächte sich damit weiter ab. Im Juni hatten Nahrungsmittel noch 4,4 Prozent mehr gekostet als ein Jahr zuvor, im Juli waren es 1,2 Prozent mehr.

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Gegenüber Juli sanken die Verbraucherpreise im August insgesamt voraussichtlich um 0,1 Prozent. Die endgültigen Ergebnisse für August 2020 werden am 11. September 2020 veröffentlicht.

Kommt die Mehrwertsteuersenkung beim Verbraucher an?

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Um den Konsum in der Krise anzukurbeln, hatte die Bundesregierung die Mehrwertsteuer vom 1. Juli an für ein halbes Jahr gesenkt: von 19 auf 16 Prozent beziehungsweise von 7 auf 5 Prozent. Händlern und Dienstleistern steht es frei, ob und wie sie die niedrigeren Sätze an die Verbraucher weitergeben.

Nach Einschätzung von Jörg Zeuner, Chefvolkswirt der Union Investment Gruppe, wäre der dämpfende Effekt noch größer und die Inflationsrate negativ gewesen, wenn alle Unternehmen die Senkung in vollem Umfang an die Verbraucher weitergegeben hätten. Am Gesamtbild einer dauerhaft niedrigen Inflation werde sich aufgrund der Unsicherheit, die Konsum und Investitionen belasteten, zunächst nichts ändern.

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ING-Chefvolkswirt Carsten Brzeski sieht Folgen der verringerten Steuersätze vor allem bei Preisen für Lebensmittel und Kleidung. Nahezu unverändert sei dagegen die Entwicklung bei Dienstleistungen, die sich gegenüber dem Vorjahresmonat um 1,0 Prozent verteuerten.

Jahresrate von knapp 2,0 Prozent ist das Ziel

Die Notenbank strebt für den gesamten Euroraum mit seinen 19 Ländern mittelfristig eine Jahresteuerungsrate von knapp unter 2,0 Prozent an - weit genug entfernt von der Nullmarke. Denn dauerhaft niedrige oder auf breiter Front sinkende Preise könnten Unternehmen und Verbraucher verleiten, Investitionen aufzuschieben. Das kann die Wirtschaft bremsen.

RND/dpa

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