Volksbanken behaupten sich im Corona-Jahr

  • Deutschlands Volks- und Raiffeisenbanken haben das Corona-Jahr glimpflich überstanden.
  • Wie der Bundesverband mitteilt, lag der vorläufige Jahresüberschuss bei 2,1 Milliarden Euro.
  • Der Ausblick für dieses Jahr ist allerdings verhalten.
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Frankfurt/Berlin. Deutschlands Volks- und Raiffeisenbanken haben sich im Corona-Krisenjahr 2020 wacker geschlagen. Der vorläufige Jahresüberschuss der 814 Institute lag bei 2,1 Milliarden Euro, wie der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) am Dienstag in Berlin mitteilte. Im Vorjahr hatten die Genossenschaftsbanken noch 2,2 Milliarden Euro verdient.

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Wohnungsbaukredite und Kundeneinlagen nahmen zu

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In der Pandemie gaben die Volks- und Raiffeisenbanken 2020 mehr Kredite aus und gewannen deutlich mehr Einlagen. So wuchsen die Kredite dank einer starken Nachfrage im Wohnungsbau um 6,2 Prozent. Trotz der Pandemie gab es nur moderate Abschreibungen und Wertberichtigungen bei Krediten etwa für mittelständische Firmen.

Zugleich wuchsen die Kundeneinlagen um 7,6 Prozent. Da viele Menschen in der Krise mehr sparen und angesichts fehlender Urlaube und Restaurantbesuche weniger Geld ausgeben, ist die Sparquote kräftig gestiegen. Sieben Zehntel der Kundeneinlagen seien kurzfristige Sichteinlagen, sagte BVR-Vorstandsmitglied Andreas Martin.

Auftrieb bekamen die Volks- und Raiffeisenbanken auch von einem regen Wertpapierhandel. Der Provisionsüberschuss stieg um 3,8 Prozent, während der Zinsüberschuss um 1,9 Prozent sank. Dort wirkte sich aber eine ausgebliebene Dividende des Zentralinstituts DZ Bank aus.

Kleinstfilialen mussten schließen

Wie viele andere Geldhäuser schlossen auch die Genossenschaftsbanken Filialen. Die Zahl der Bankstellen in der Gruppe sank um 8,3 Prozent auf 8566, so der BVR. Während Kleinstfilialen abgebaut wurden, wuchs die Zahl der Selbstbedienungsstellen.

Als regional verankerte Banken teilten die Genossenschaftsbanken die Sorgen der mittelständischen Firmenkundschaft, erklärte der BVR. „Die vom Lockdown am stärksten betroffenen Branchen werden die aufgelaufenen Umsatzverluste wohl in diesem Jahr nicht mehr ausgleichen können“, sagte Präsidentin Marija Kolak. Die Unternehmen brauchten eine verlässliche Öffnungsstrategie.

Verhaltener Jahresausblick

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Beim Ausblick für dieses Jahr zeigte sich Vorstandsmitglied Martin verhalten. Verstärkte Impfungen und sinkende Corona-Infektionen dürften die Wirtschaft im zweiten Halbjahr spürbar beleben und zu einer Seitwärtsbewegung bei der Ergebnisentwicklung der Genossenschaftsbanken führen. Im schlechten Fall komme die Konjunkturerholung später und weniger kräftig, was mit einem „überschaubaren Ergebnisrückgang“ verbunden wäre.

RND/dpa

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