Viele Freiberufler durch Corona in Notlage

  • Der Bundesverband der Freien Berufe schlägt Alarm.
  • Laut Verbandspräsident Wolfgang Ewer ist jeder zweite Freiberufler stark von den Folgen der Corona-Krise betroffen.
  • Der Verband fordert Nachbesserungen an Hilfsprogrammen.
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Berlin. Infolge der Corona-Krise sieht ein Branchenverband viele Freiberufler in einer Notlage. Der Bundesverband der Freien Berufe forderte die Bundesregierung vor Gesprächen mit Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) erneut zu Nachbesserungen an Hilfsprogrammen auf. „Selbstständigkeit und Gründergeist dürfen in der Corona-Zeit nicht zusätzlich beschädigt werden“, sagte Verbandspräsident Wolfgang Ewer. „Es ist Gift für jeden Gründergeist, wenn Selbstständigkeit so wenig wertgeschätzt wird.“

Altmaier berät an diesem Donnerstag angesichts der hohen Zahl an Corona-Neuinfektionen mit Wirtschaftsverbänden über die Lage. Freiberufler und Solo-Selbstständige sind nach wie vor von Beschränkungen des öffentlichen Lebens belastet.

Jeder zweite Freiberufler stark von Corona-Folgen betroffen

Ewer sagte: „Unsere jüngste Corona-Umfrage zeigt, dass jeder zweite Freiberufler stark oder sehr stark von den Folgen der Corona-Krise betroffen ist.“ Gerade junge und kleine Unternehmen seien sehr angeschlagen. „Die Bundesregierung hat es unterlassen, neben den erfolgten und zu begrüßenden Schritten eine weitere, existenziell bedeutsame und zwingend notwendige Maßnahme zu ergreifen und einen Unternehmerlohn in der Überbrückungshilfe zu berücksichtigen.“

Altmaier plant zielgenauere Maßnahmen. Die Überbrückungshilfen für kleine und mittlere Firmen sollen um ein halbes Jahr bis zum 30. Juni 2021 verlängert werden. Dabei erwägt das Wirtschaftsministerium auch „Elemente“ eines Unternehmerlohnes. Bei den Zuschüssen werden bisher fixe Betriebskosten wie Mieten erstattet. Wirtschaftsverbände hatten deswegen beklagt, viele Hilfen kämen etwa bei Selbstständigen nicht an. Verbände fordern seit langem, dass Selbstständige in Zukunft Corona-Hilfen auch für den eigenen Unternehmerlohn verwenden können.

RND/dpa

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