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Viel Nachfrage, wenig Angebot: Kann Deutschlands Rohstoffversorgung die Mobilitätswende tragen?

  • Der Aufbau von Batteriefabriken, Wasserstoffspeichern oder neuen Halbleiterwerken nutzt wenig, wenn man nicht gleichzeitig die Belieferung mit den nötigen Rohstoffen sichern kann.
  • Regierungs- und Wirtschaftsberaterinnen und -berater fordern, das Thema ernster zu nehmen.
  • Unternehmen sollen Strategien entwickeln, wie sie in Zukunft mit Ausfällen umgehen.
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Hannover/Berlin. Der Nachfrage-Boom bei Rohstoffen für die Elektromobilität oder den Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft könnte Versorgungslücken aufreißen – Beraterinnen und Berater der Bundesregierung empfehlen der Wirtschaft jetzt eine umfassende Prüfung ihrer Lieferketten. „Für die Unternehmen ist ein gutes Risikomanagement wichtig“, mahnt der Chef der Deutschen Rohstoffagentur (Dera), Peter Buchholz. Sie sollten die entsprechenden Beziehungen „durchleuchten, Schwachstellen identifizieren und mit den Zulieferern Strategien erarbeiten, wie sie sich vor Ausfällen und starken Preisvolatilitäten schützen können“.

Die Dera prüft unter anderem für das Wirtschaftsministerium die Lage zu Hightech-Metallen und anderen Basismaterialien. Zusammen mit Instituten der Fraunhofer-Gesellschaft legte die Fachabteilung der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) zu einer Konferenz am Donnerstag die Ergebnisse einer Untersuchung vor.

Metallbedarf künftig deutlich über Angebot

Ein Kernresultat ist, dass besonders der Bedarf an elf Metallen im Laufe der nächsten zwei Jahrzehnte „deutlich über dem heutigen Produktionsstand liegen könnte“. Genannt werden das für E-Auto-Akkus nötige Lithium, das auch in anderen Batterien enthaltene Kobalt oder Scandium, das in der Wasserstoff-Speicherung zum Einsatz kommt.

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Ähnliches gelte für den Katalysatoren-Werkstoff Platin, der zudem – wie Ruthenium – zur Herstellung von Festplatten gebraucht wird, und für Seltene Erden, die in Teilen von Windkraftanlagen, E-Motoren und Magneten stecken. Die absehbar erforderlichen Mengen dürften nach Schätzung der Dera für einige dieser chemischen Elemente das Angebot bis zu Jahr 2040 teilweise um bis zu das Neunzehnfache übersteigen.

Auch steigende Nickel-Nachfrage

„Bei Rohstoffen, die in wenigen Ländern produziert werden und deshalb eine hohe Angebotskonzentration im Markt aufweisen, könnte dies zu neuen Herausforderungen bei der Rohstoffversorgung führen“, heißt es. Buchholz erwartet: „Mit der Energie- und Mobilitätswende wird der Bedarf an Metallen erheblich steigen.“

Kürzlich hatte die Dera auch auf die wachsende Nachfrage nach Nickel hingewiesen – das Metall ist für Stahl-Legierungen wichtig, ebenso für die Batteriefertigung.

RND/dpa

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