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Diskussion über neue Sanktionen

Wirtschaftsprofessor zu Gasverzicht: „Deutschland hat keinen Grund zur Panik“

Wie hart würde Deutschland ein Verzicht auf russisches Gas treffen?

Die Folgen eines freiwilligen Verzichts Deutschlands auf russisches Gas wären zwar gravierend – aber besser beherrschbar, als viele denken: Diese Auffassung vertritt der renommierte Bonner Wirtschaftswissenschaftler Moritz Schularick in einem Interview mit dem RedaktionsNetzwerk Deutschland. Wörtlich sagte Schularick: „Deutschland hat keinen Grund zur Panik.“

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„Putins russischer Staatshaushalt hängt zu etwa 40 Prozent an den Einnahmen aus dem Verkauf von Öl und Gas“, sagte Schularick. „Wenn ihm das wegbricht, hat er ein viel größeres Problem als wir. Wir sollten also diese Debatte ein bisschen selbstbewusster führen, statt jeden Tag aufs Neue zu betonen, wie unglaublich mächtig Putin doch sei, weil er uns angeblich alle in der Hand hat. Strategisch besser wäre es, wenn wir anfingen, von uns aus an der Fortsetzung dieser Lieferungen zu rütteln.“

+++ Hier lesen Sie das ganze Interview mit dem Wirtschaftswissenschaftler Schularick (RND+) +++

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„Weniger Schaden für Volkswirtschaft, als viele denken“

Schularick betonte, die Flexibilität einer modernen Volkswirtschaft wie der Deutschen werde unterschätzt. „Sobald ein Faktor wie das Gas deutlich knapper wird, kommen plötzlich Tausende, wenn nicht Millionen von Anpassungsprozessen in Gang, große und kleine, in großen Firmen, kleinen Firmen und in Privathaushalten. Jeder reagiert auf seine Art auf Preissignale. Dieser Mechanismus ist ebenso schlicht wie wirkmächtig, wenn man die Effekte zusammenrechnet.“

Habeck spricht sich für weitere Sanktionen gegen Russland aus

Bundeswirtschaftsminister Habeck lehnt zwar ein sofortiges Energie-Embargo gegen Russland weiterhin ab, weitere Sanktionen seien dennoch wichtig.

Der Bonner Wirtschaftswissenschaftler räumte ein, dass einzelne besonders energieintensive Unternehmen in Schwierigkeiten geraten könnten. „In manchen Fällen kann es sinnvoll sein zu sagen: Wir helfen als Staat für eine Übergangszeit. In anderen Fällen wird man auch sagen: Wir nehmen es hin, dass Unternehmen eine besonders energieintensive Produktion ins Ausland verlagern. Dann kommt das Gas künftig aus Kanada. So ehrlich muss man sein“, sagte er.

„Vielleicht werden wir in Deutschland auch Ammoniak nicht mehr herstellen können. So etwas ist schlimm für den einzelnen betroffenen Betrieb. Der deutschen Volkswirtschaft insgesamt schadet es aber weniger, als viele denken.“

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