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Vertrauen ist gut, Kontrollen sind besser

Listerien sind winzig, aber gefährlich. Und deshalb haben sie in Lebensmitteln nichts verloren.

Hand aufs Herz: Wer hatte sich vor ein paar Jahren nicht vorgenommen, auf Lasagne zu verzichten? Als Anfang 2013 Pferdefleisch in der Soße gefunden wurde, war der Aufschrei groß. Doch das Gedächtnis der Verbraucher ist kurz. Oder weiß wirklich noch jemand, wie es genau mit Ehec in den Sprossen war? Oder mit Dioxin und Fipronil in Eiern?

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Dass Lebensmittelskandale in Deutschland schnell hochkochen, aber auch genauso schnell wieder vergessen werden, spricht für ein Grundvertrauen in das, was uns an der Ladentheke angeboten wird. Experten versichern, dass Lebensmittel so sauber und gesund sind wie nie zuvor. Nie zuvor aber war die Branche auch so anfällig für Skandale.

Weil Lebensmittel industriell in riesigen Mengen produziert werden, haben Schweinereien bei einem Wursthersteller Folgen für Supermärkte, Pflegeheime und Schulen in ganz Deutschland. Und weil es für die Milchherstellung nur noch wenige Molkereien gibt, müssen bei Verunreinigungen alle Supermarktketten ihre Milch zurückrufen.

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Irgendwer muss Verantwortung übernehmen

Ob die Häufung von Rückrufen in jüngster Zeit ein Zufall oder ein ernstes Krisensymptom ist, kann noch niemand sagen. Die aktuellen Fälle aber sollten Mahnung für die Politik sein. Genauso schnell wie die Verbraucher die Skandale vergessen haben, hat die Politik ihr Versprechen vergessen, die Lebensmittelkontrollen zu verbessern. Bund, Länder und Kommunen schieben sich bei Pannen in der Kontrollkette die Verantwortung zu.

Dabei sind sie gemeinsam dafür verantwortlich, dass die Voraussetzungen für eine lückenlose Kontrolle fehlen. Gerade einmal 42 Prozent der Lebensmittelunternehmen wurden im vergangenen Jahr kontrolliert. Die jüngsten Rückrufe lassen erahnen, dass das zu wenig ist.

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