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  • Vereinfachte Steuererklärung für Rentner: So geht's und das müssen Sie beachten

So geht die vereinfachte Steuererklärung für Rentner

  • Der Gesetzgeber hat im Jahr 2005 die Besteuerung der gesetzlichen Altersrente neu geregelt.
  • In einigen Bundesländern gibt es jetzt für die Steuererklärung ein vereinfachtes Formular.
  • Wir beantworten die wichtigsten Fragen zur "vereinfachten Steuererklärung für Rentner".
Alexander Beckmann
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Potsdam. Seit 2005 ist die gesetzliche Altersrente grundsätzlich steuerpflichtig – so wie es zuvor schon für die Pensionen von Beamten oder Soldaten galt. Der Gesetzgeber beschloss damals, diese Veränderung schrittweise einzuführen. Das machte die Sache nicht gerade übersichtlicher, sollte aber helfen, Härtefälle zu vermeiden. Im Mai führten Brandenburg, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen nun eine vereinfachte Steuererklärung für Rentner ein.

Wie viel muss ich versteuern?

Das hängt davon ab, seit wann die Altersrente bezogen wird. Alle die seit 2005 oder früher Rente erhalten, müssen demnach 50 Prozent dieser Einkünfte versteuern. Je später der Renteneintritt erfolgte, desto höher wird dieser Anteil. Wer also 2019 erstmals Rente bekommt, muss bereits 78 Prozent davon versteuern. Und ab 2040 müssen neue Rentner auf die volle Summe Abgaben zahlen.

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Gibt es Ausnahmen?

Jede Menge. Gänzlich steuerfrei sind beispielsweise Renten aus der gesetzlichen Unfallversicherung sowie Kriegs-, Wehrdienst-, Zivildienst- oder Schwerbeschädigtenrenten. Unter anderem bei Leibrenten aus privaten Renten-, Unfall- oder Berufsunfähigkeitsversicherungen ist nur der Ertragsanteil – also der Zinsgewinn – zu versteuern, falls auf die eingezahlten Beiträge bereits Steuern gezahlt wurden. Grundsätzlich strebt der Gesetzgeber an, nur einmal Steuern zu erheben: entweder auf die Einzahlungen in die Altersvorsorge oder auf deren Auszahlung.

Was ist mit dem Freibetrag?

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Die Summe, auf die letztlich wirklich Steuern erhoben werden, variiert entsprechend dem aktuell gültigen Grundfreibetrag und sonstigen per Gesetz abzugsfähigen Aufwendungen. Hinzu kommt die oben erwähnte Staffelung nach dem Jahr des Renteneintritts. So muss, wer seit 2005 oder länger Rente bezieht, 2019 für alle Beträge oberhalb von jährlich 17.578 Euro Steuern zahlen. Wer erst 2018 Rentner wurde, hat hingegen nur 14.177 Euro frei.

Wann muss ich eine Steuererklärung abgegeben?

Grundsätzlich immer dann, wenn die Bezüge den jeweils gültigen Grundfreibetrag überschreiten. Aktuell sind das 9168 Euro für Alleinstehende und die doppelte Summe für Paare. Die Einkommenssteuererklärung soll bis zum 31. Juli des Folgejahres beim Finanzamt sein. Wer einen Steuerberater in Anspruch nimmt, hat etwas länger Zeit.

Wer kann das einfachere Formular nutzen?

Seit Mai 2019 bietet das brandenburgische Finanzministerium den vereinfachten Vordruck speziell für die „Erklärung zur Veranlagung von Alterseinkünften“ an. Er gilt für alle, die außer der Rente keine anderen Einkünfte haben. In das zweiseitige Formular sind lediglich die persönlichen Daten sowie abzugsfähige Aufwendungen für Spenden, Mitgliedsbeiträge, Kirchensteuer oder außergewöhnliche Belastungen einzutragen. Belege dafür braucht man nicht mit einzureichen, sollte sie aber aufbewahren, falls es zu Nachfragen kommt. Angaben zum Rentenbezug sowie zu Beiträgen für Kranken- und Pflegeversicherung liegen dem Finanzamt vor.

Wo gibt es genauere Auskunft?

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Nachfragen gerade zur persönlichen Situation richtet man am besten an die Service- und Informationsstelle des zuständigen Finanzamtes.

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