Teils massive Einschränkungen

Busse und Bahnen stehen still: Warnstreiks im ÖPNV in Dutzenden Städten angelaufen

An dieser Haltestelle in Berlin fährt am Freitag kein Bus.

An dieser Haltestelle in Berlin fährt am Freitag kein Bus.

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Berlin. Mit Warnstreiks legt die Gewerkschaft Verdi seit dem frühen Freitagmorgen in vielen Städten und Regionen den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) lahm. Unter anderem in Berlin und Brandenburg als auch im besonders betroffenen Nordrhein-Westfalen verkündeten Gewerkschaftssprecher am Morgen den Beginn der Ausstände.

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Deutschlandweit soll der Warnstreik am Freitag in mehr als 80 Städten und rund 40 Landkreisen den Bus-, U- und Straßenbahnverkehr weitgehend zum Erliegen bringen. 15 Bundesländer sind betroffen. Lediglich in Bayern gibt es derzeit keine Tarifverhandlungen. Der Ausstand ist in den meisten Kommunen ganztägig geplant. In Berlin sollte er bereits um 10 Uhr enden.

Besonders im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen dürfte sich der Warnstreik stark auswirken. Von den bundesweit 90.000 betroffenen Beschäftigten arbeitet laut Verdi rund ein Drittel in NRW. Doch auch in vielen anderen Regionen, insbesondere in größeren Städten, werden die Einschränkungen zu spüren sein.

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Flugverkehr zum Erliegen gebracht

Erst am Vortag hatte die Gewerkschaft den bundesweiten Flugverkehr in Deutschland weitgehend zum Erliegen gebracht. An elf Flughäfen hatte sie im Tarifkonflikt für die Luftsicherheit zu ganztägigen Warnstreiks aufgerufen. Nur wenige Tage zuvor war ein mehrtägiger Streik der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) bei der Deutschen Bahn vorzeitig beendet worden. Er hatte zu weitreichenden Beeinträchtigungen im Fern- und Regionalverkehr auf der Schiene geführt.

Der neuerliche Arbeitskampf trifft nun vor allem Schülerinnen und Schüler sowie Arbeitnehmer im Berufsverkehr. Sie müssen aufs Fahrrad, Auto oder auf die S-Bahn ausweichen oder von zu Hause aus arbeiten. Laut Verdi ist lediglich Aachen als größere Stadt nicht betroffen sowie die Region Mannheim-Heidelberg-Ludwigshafen.

Warnstreiks im ÖPNV in mehr als 80 Städten angelaufen

Die Gewerkschaft Verdi bestreikt an diesem Freitag den ÖPNV. In vielen Städten kommt es zu erheblichen Einschränkungen bei Bussen, Straßen- und U-Bahnen.

Hintergrund des Streiks

Hintergrund sind parallele Tarifverhandlungen im ÖPNV in fast allen Bundesländern. In den meisten Runden geht es vor allem um die Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten. Verdi fordert unter anderem kürzere Arbeitszeiten ohne finanzielle Einbußen, längere Ruhezeiten zwischen einzelnen Schichten, mehr Urlaubstage oder mehr Urlaubsgeld. Damit sollen die Beschäftigten entlastet und der Beruf attraktiver werden.

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Auch die Arbeitgeber sehen die Notwendigkeit, attraktiver und moderner werden zu müssen, um auf dem begrenzten Arbeitsmarkt noch Personal zu finden. Das ist auch mit Blick auf die Altersstruktur der Fahrerinnen und Fahrer nötig. Wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte, ist ein Großteil der Bus- und Straßenbahnfahrer älter als 55 Jahre. Der Anteil dieser Gruppe lag im Jahr 2022 bei 40 Prozent und damit deutlich höher als bei allen Erwerbstätigen in Deutschland (26 Prozent).

Gleichzeitig fürchten sie bei weniger Arbeitszeit Mehrbelastungen für die vorhandenen Beschäftigten und hohe Kosten.

In Brandenburg, im Saarland, Sachsen-Anhalt und Thüringen wird auch über höhere Löhne und Gehälter verhandelt. In Brandenburg fordert Verdi 20 Prozent – mindestens aber 650 Euro mehr pro Monat – für die Beschäftigten. Die Laufzeit des Tarifvertrags soll laut Verdi ein Jahr betragen. In Hamburg wird über einen neuen Haustarifvertrag für die Verkehrsbetriebe verhandelt.

Unterstützt wird der Warnstreik von der Umweltbewegung Fridays for Future (FFF) mit regionalen Aktionen und Kundgebungen. Für die Organisation sind bessere Arbeitsbedingungen Voraussetzung dafür, dass der ÖPNV als Alternative zum Auto attraktiver wird.

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RND/dpa

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