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Verbraucherschutz: Kreditstundungen in der Corona-Krise ist nicht für alle Bankkunden die beste Option

  • Verbrauchen sollen mithilfe von Zahlungsaufschüben für Kredite in Zeiten von Corona entlastet werden.
  • Allerdings profitieren nicht alle Bankkunden davon.
  • Bevor sich Verbraucher auf abweichende Vereinbarungen einlassen, sollten sie diese sehr genau prüfen und sich gegebenenfalls an eine Verbraucherzentrale wenden
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Frankfurt/Main. Verbraucher sollen in der Corona-Krise durch einen Zahlungsaufschub für Kredite entlastet werden. Doch nicht alle, die in Not geraten sind, profitieren davon in vollem Umfang. "Es gehen immer mehr Beschwerden von Bankkunden ein. Sie beklagen, dass sie weiter Zinsen zahlen müssen, obwohl sie die Rückzahlung ihres Darlehens entsprechend des Kreditmoratoriums aktuell ausgesetzt haben", sagte Dorothea Mohn vom Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv). "Aus unserer Sicht ist das vom Gesetzgeber so nicht gewollt."

Kein Zinsanspruch für den Stundungszeitraum

Die Geldhäuser können Kunden, die wegen der Krise in Not geraten sind, seit 1. April die Zahlung von Zins, Tilgung oder Rückzahlung von Verbraucherkrediten für drei Monate stunden. Verbraucher müssen dafür darlegen, dass sie krisenbedingte Einnahmeausfälle haben und dadurch in einer Notlage sind. Die Stundung gilt bis Ende Juni für Verbraucherkredite, die vor dem 15. März abgeschlossen wurden. Eine Verlängerung der Stundung auf sechs Monate bis Ende September plant die Bundesregierung derzeit nicht.

Aus Sicht der Bundesregierung entsteht für den Stundungszeitraum kein zusätzlicher Zinsanspruch, wie das Bundesjustizministerium mitteilte. "Die gesetzliche Stundung führt dazu, dass die Fälligkeit der vertraglich vereinbarten Zinsen um jeweils drei Monate verschoben wird und diese dann entsprechend später zu zahlen sind." Allerdings könnten Kunde und Kreditinstitut im Einvernehmen abweichende Vereinbarungen treffen - auch in Bezug auf zusätzliche Zinsen für den Zeitraum der Stundung.

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Abweichenden Vereinbarungen genau prüfen

Verbraucherschützerin Mohn zufolge kann es sich bei Zinszahlungen "schnell um nennenswerte Summen handeln. Sie machen häufig den Großteil der Belastung aus." Die Leiterin des vzbv-Finanzmarktteams mahnte: "Bevor sich Verbraucher auf abweichende Vereinbarungen einlassen, sollten sie sehr genau prüfen, ob sie sich dadurch schlechter stellen und sich gegebenenfalls an eine Verbraucherzentrale wenden."

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Bei den Sparkassen in Deutschland haben nach Angaben des Dachverbandes DSGV bis Ende Mai etwa 172.000 Privatkunden ein Moratorium zugesagt bekommen. Auf einen Gesamtkreditbetrag von ursprünglich 13,9 Milliarden Euro wurden ihnen 287 Millionen Euro Tilgung gestundet sowie knapp 35 Millionen Euro Zinsen.

Im Gespräch mit der Bank individuelle Lösungen finden

Die Commerzbank hat nach eigenen Angaben gut 30.000 Kredite im Gesamtvolumen von gut 3,2 Milliarden Euro gestundet. Neben der bis einschließlich Juni geltenden gesetzlichen Regelung zur Stundung von Zins und Tilgung bietet das Institut alternativ eine Aussetzung der Tilgung an. Dieses Angebot gelte bis zum 30. September 2020, teilte die Commerzbank in Frankfurt mit.

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Der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) betonte: "Neben den gesetzlichen Maßnahmen kann das direkte Gespräch mit der Bank zu individuellen Lösungen führen, die passgenauer für den einzelnen Kunden sind und gegebenenfalls über den gesetzlich vorgesehen Maßnahmenkatalog hinausgehen."

RND/dpa

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