Verbrauchern droht höherer Strompreis durch Rekord bei Ökoumlage

  • Der Strompreis in Deutschland könnte im kommenden Jahr deutlich steigen.
  • Der Preis für eine Kilowattstunde liegt dann möglicherweise bei 32,2 Cent, 7 Prozent mehr als bisher.
  • Grund ist der starke Anstieg der Ökostromumlage – der auch durch Ausgleich an anderer Stelle nicht gebremst werden kann.
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Heidelberg. Den Verbrauchern in Deutschland droht im kommenden Jahr ein kräftiger Anstieg ihrer Stromkosten. Der bundesweite Durchschnittspreis für eine Kilowattstunde könnte um 7 Prozent auf 32,2 Cent hochschnellen, wenn der erwartete Anstieg der Ökostromumlage nicht verhindert wird, hat das Vergleichsportal Verivox errechnet. Ein Drei-Personen-Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 4000 Kilowattstunden müsse in diesem Fall mit Mehrkosten von 88 Euro rechnen.

Nach einer Prognose des Thinktanks Agora Energiewende könnte die Umlage für den Ausbau der erneuerbaren Energien 2021 vor allem wegen des deutlich gesunkenen Strompreises an der Börse und des Einbruchs der Stromnachfrage durch die Corona-Krise von jetzt 6,8 Cent je Kilowattstunde auf ein Rekordhoch von etwa 8,6 Cent steigen. Auch der Energieversorger Eon und die IG Bergbau, Chemie und Energie (IG BCE) rechnen mit einem ähnlichen Anstieg, wenn nicht gegengesteuert werde.

Wirtschaft warnt vor höheren Strompreisen

Wirtschaftsverbände forderten die Bundesregierung zum Handeln auf. „Wenn die Strompreise weiter ansteigen, könnte das eine schwere Bremse beim Weg aus der Krise sein“, sagte der stellvertretende Hauptgeschäftsführer des Industrieverbands BDI, Holger Lösch, der Deutschen Presse-Agentur. Die Hauptgeschäftsführerin des Energieverbandes BDEW, Kerstin Andreae, sagte der dpa, es sei höchste Zeit zu handeln, um einen drastischen Anstieg der Strompreise zu vermeiden.

Selbst Einnahmen aus CO2-Preis würden Anstieg nicht stoppen

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Auch wenn die Einnahmen aus dem von 2021 an geltenden CO2-Preis auf Benzin, Diesel, Heizöl und Erdgas wie bisher geplant komplett zur Senkung der EEG-Umlage eingesetzt werden, könnten die Verbraucher nicht auf einen sinkenden Strompreis hoffen. Laut Agora Energiewende würde das lediglich den Anstieg der Umlage auf 7,1 Cent je Kilowattstunde begrenzen. Nach Verivox-Berechnungen führe das zu einer jährlichen Mehrbelastung eines Drei-Personen-Haushalts von 17 Euro.

RND/dpa

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