Trump zum US-Arbeitsmarkt: Lage übertrifft alle Erwartungen

  • Die Vereinigten Staaten verzeichnen weniger Arbeitslose.
  • Die Quote fällt im Juni auf 11,1 Prozent - ein starker Rückgang gegenüber Mai.
  • Allerdings steigen die Corona-Infektionszahlen in der Bevölkerung derzeit wieder deutlich an.
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Washington. Nach den Lockerungen der Corona-Beschränkungen in den USA ist die Arbeitslosenquote im Juni den zweiten Monat in Folge deutlich gesunken. Sie fiel von 13,3 Prozent im Mai auf 11,1 Prozent im Juni, wie die Regierung am Donnerstag mitteilte. Die Zahl der Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft sei um 4,8 Millionen gestiegen, hieß es. Analysten hatten mit einem etwas geringeren Rückgang der Arbeitslosigkeit gerechnet. Im April hatte die Arbeitslosenquote noch bei 14,7 Prozent gelegen.

Trump: Wirtschaftswachstum wird “fantastisch” sein

Nach Ansicht von US-Präsident Donald Trump habe die Lage am Arbeitsmarkt “alle Erwartungen übertroffen”. Die Wirtschaft erhole sich “schneller und besser” von der Corona-Krise als erwartet, sagte Trump am Donnerstag im Weißen Haus. Das Wirtschaftswachstum im dritten Quartal werde “fantastisch” sein, prognostizierte er. Der Anstieg der Zahl der Beschäftigten um 4,8 Millionen im Juni sei der beste monatliche Zugewinn in der US-Geschichte, so Trump. Zuvor war der Arbeitsmarkt wegen der Corona-Krise seit März aber so schnell und dramatisch eingebrochen wie noch nie zuvor in der Geschichte des Landes.

Trump spielte auch die Bedeutung der jüngsten erneuten Zuspitzung der Coronavirus-Pandemie herunter. Es gebe noch vereinzelte Brandherde, diese würden aber schnell bekämpft, sagte Trump. “Wir löschen die Feuer”, sagte er. Im mehreren Bundesstaaten im Süden des Landes ist die Zahl der Neuinfektionen dramatisch angestiegen. Seit einer Woche melden die Behörden in den USA pro Tag rund 40 000 Neuinfektionen, für Mittwoch waren es sogar etwa 50 000 - mehr als je zuvor.

Die Arbeitslosenquote für Juni beruhte allerdings auf Daten, die nur bis zur Mitte des Monats erhoben worden waren. Mögliche Auswirkungen der jüngsten dramatischen Zuspitzung der Coronavirus-Pandemie spiegelten sich in den Daten daher noch nicht wider. In den besonders betroffenen Bundesstaaten im Süden des Landes wurden Lockerungen der Corona-Auflagen zuletzt wieder rückgängig gemacht oder verschoben. Unternehmen wie Apple schlossen vielerorts wieder ihre Läden, auch McDonald’s verschob Medienberichten zufolge Pläne zur weiteren Öffnung seiner rund 14 000 Schnellrestaurants in den USA.

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1,4 Millionen Neuanträge auf Arbeitslosenhilfe

Ein Zeichen der anhaltenden Schwierigkeiten auf dem Arbeitsmarkt waren auch die Neuanträge auf Arbeitslosenhilfe. In einer separaten Mitteilung vom Donnerstag hieß es, in der Woche bis einschließlich 27. Juni hätten rund 1,4 Millionen erstmals Unterstützung beantragt, etwa so viele wie auch in der Vorwoche. Damit erhielten immer noch rund 20 Millionen Menschen reguläres Arbeitslosengeld.

Die Maßnahmen zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie, die zeitweise landesweit zu Schließungen von Geschäften, Restaurants und Firmen geführt hatten, haben die US-Wirtschaft getroffen. Mehr als 45 Millionen Menschen verloren seit Mitte März mindestens zeitweise ihren Job - so viele wie nie zuvor in solch kurzer Zeit. Die Arbeitslosenquote war im April auf den höchste Wert seit Jahrzehnten gestiegen. Viele Analysten rechnen damit, dass die Arbeitslosenquote auch Ende 2020 noch bei knapp zehn Prozent liegen dürfte. Sie erwarten zudem, dass die Quote im Verlauf des kommenden Jahres noch deutlich höher sein wird als vor der Pandemie.

FED: Komplette Erholung unwahrscheinlich

Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) bezeichnete den Ausblick für die weitere wirtschaftliche Entwicklung zuletzt als sehr ungewiss. “Der Weg nach vorne ist außergewöhnlich unsicher und wird zu einem großen Teil von unserem Erfolg bei der Eindämmung des Virus abhängen”, sagte Zentralbankchef Jerome Powell am Dienstag im Kongress. “Eine komplette Erholung ist unwahrscheinlich, solange die Menschen nicht das Vertrauen haben, wieder einer breitgefächerten Reihe von Aktivitäten nachzugehen”, sagte Powell.

Die Arbeitslosenquote in der größten Volkswirtschaft der Welt hatte im Februar noch bei 3,5 Prozent gelegen, dem niedrigsten Stand seit Jahrzehnten. US-Präsident Donald Trump, der sich im November um eine zweite Amtszeit bewirbt, hofft auf eine rasche und nachhaltige Erholung der Wirtschaft im zweiten Halbjahr. Die meisten Analysten - und auch die Notenbank - halten das aber für eher unrealistisch.

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Seit Beginn der Pandemie wurden in den USA Daten der Universität Johns Hopkins zufolge rund 2,7 Millionen bestätigte Infektionen gemeldet. Rund 128 000 Menschen starben nach einer Ansteckung mit dem Erreger Sars-CoV-2, der die Lungenkrankheit Covid-19 auslösen kann.

RND/dpa

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