Untersuchung: Jeder Tag Corona-Schließung bringt neue Arbeitslose

  • Wissenschaftler des Nürnberger Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung haben eine Untersuchung zur Corona-Krise veröffentlicht.
  • Diese befeuert die Diskussion um die wirtschaftlichen Schließungen beziehungsweise Ausgangsbeschränkungen noch einmal.
  • Es geht um die hohe Zahl der Arbeitslosen in Deutschland.
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Nürnberg. Jeder Tag, den die coronabedingte Schließung von Betrieben andauert, bringt neue Arbeitslose. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung der Wissenschaftler Tanja Bauer und Enzo Weber vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in Nürnberg, die in dem Fachorgan makronom.de veröffentlicht wurde.

"Unsere Schätzungen kommen zu dem Schluss, dass jeder Tag von wirtschaftlichen Schließungen beziehungsweise Ausgangsbeschränkungen die Arbeitslosigkeit erheblich erhöht hat", heißt es in dem Text der beiden Wissenschaftler. Dies resultiere sowohl aus zusätzlichen Zugängen in Arbeitslosigkeit als auch aus weniger Abgängen in Beschäftigung.

Nicht ausgeschlossen sei, dass durch die Corona-Krise bedingte Arbeitslosigkeit auch noch nach Wiederöffnung einzelner Wirtschaftszweige auftrete - etwa wenn Kündigungsfristen ausliefen. Im Rahmen einer Öffnungsstrategie müssten deshalb alle Möglichkeiten ausgelotet werden, wie die Reaktivierung der Wirtschaft unter Eindämmung des Virus möglich sei.

Die Bundesagentur für Arbeit hatte ihre Monatsstatistik für April 2020 in der vergangenen Woche vorgestellt. Demnach waren im April bundesweit 308.000 Menschen mehr arbeitslos als im März - dies ist ein völlig untypischer Anstieg um diese Jahreszeit. Normalerweise sinkt die Arbeitslosigkeit im April saisonbedingt.

RND/dpa

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