Umstrittener Insektenkiller Chlorpyrifos wird in der EU verboten

  • Chlorpyrifos wird weltweit in der Landwirtschaft genutzt, um gegen Insekten vorzugehen.
  • Dabei können selbst kleine über Obst und Gemüse aufgenommene Mengen schädlich sein – vor allem für Kinder.
  • Wegen der Gesundheitsrisiken wird das Pflanzenschutzmittel ab 2020 in Europa verboten.
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Brüssel. Wegen Gesundheitsrisiken wird ein intensiv genutztes Pflanzenschutzmittel ab Ende Januar in Europa verboten. Der Insektenkiller Chlorpyrifos ist zwar in Deutschland nicht mehr auf dem Markt, wurde aber immer wieder auf importierten Orangen, Mandarinen oder Grapefruits nachgewiesen.

Die EU-Staaten billigten nun am Freitag mehrheitlich den Vorschlag, das Mittel nicht mehr zuzulassen. Es soll Schädlinge in der Landwirtschaft bekämpfen, steht jedoch im Verdacht, Erbgut und Nerven bei Kindern zu schädigen.

Deutschland stimmte im zuständigen Expertengremium für das Verbot. In der Bundesrepublik sind nach offiziellen Angaben schon seit 2011 keine Produkte mit dem Wirkstoff mehr auf dem Markt.

Pestizid Chlorpyrifos kann schädlich sein

Verboten wird auch die Variante Chlorpyrifos-Methyl, wie die EU-Kommission bestätigte. Hintergrund sind Bewertungen der europäischen Lebensmittelbehörde Efsa, die mögliche Risiken für die menschliche Gesundheit bestätigt hatte. Die EU-Kommission hatte deshalb vorgeschlagen, die Ende Januar auslaufende Zulassung nicht zu erneuern. Gesundheits- und Umweltaktivisten begrüßten das Verbot. Das sei ein "Sieg für künftige Generationen", erklärte das Netzwerk Heal und das Pesticide Action Network Europe.

Sobald die Entscheidung vom Freitag im Januar formalisiert ist, sind alle EU-Staaten verpflichtet, die Zulassung für die beiden Chemikalien zurückzuziehen. Danach können sie noch eine Übergangsfrist für Gebrauch, Lagerung oder Entsorgung von maximal drei Monaten gewähren.

RND/ dpa

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