Umfrage: knappe Mehrheit gegen Lokführerstreiks

  • Die Deutsche Bahn (DB) will einen Lokomotivführerstreik in der Ferienzeit auf jeden Fall verhindern.
  • Sie legt der Gewerkschaft GDL jetzt ein ergänztes Angebot vor.
  • Die Bahnkunden haben eher wenig Verständnis für den Arbeitskampf.
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Berlin. Eine knappe Mehrheit der Deutschen lehnt mögliche Streiks der Gewerkschaft deutscher Lokomotivführer (GDL) ab. Das ergibt eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag der Deutschen Bahn (DB), die dem Redaktions­Netz­werk Deutschland (RND) exklusiv vorliegt.

51 Prozent der Befragten halten demnach mögliche Streiks für „in jedem Fall“ oder „eher“ unangemessen, ein knappes Drittel (32 Prozent) findet einen Ausstand der GDL angemessen oder „eher angemessen“. 17 Prozent sind unentschieden.

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Fast zwei Drittel der Deutschen sprechen sich laut einer Umfrage für eine weiterführende Homeofficeoption in bestimmten Branchen aus.  © dpa
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Frauen und Ältere lehnen nach der Umfrage Streiks deutlicher ab als männliche oder jüngere Befragte. 53,5 Prozent der Frauen sind gegen Bahnstreiks (25,6 Prozent dafür, 20,9 Prozent unentschieden), von den Männern sind 48,5 Prozent dagegen (38,2 Prozent dafür, 13,2 Prozent unentschieden).

Bei den über 65-Jährigen lehnen mehr als 61 Prozent Streiks ab, in den Altersgruppen von 18 bis 29 und 30 bis 49 Jahren sind es jeweils um die 40 Prozent. Eine Mehrheit, die für einen Arbeitskampf Verständnis hat, findet sich jedoch in keiner Gruppe.

Die GDL hat eine Urabstimmung angekündigt und will bis zum 9. August über Streiks entscheiden. Die DB hat jetzt ein verbessertes Angebot vorgelegt und ruft die Gewerkschaft dazu auf, die Verhandlungen wiederaufzunehmen. Demnach orientiert sich der Konzern weiter am Flughafenabschluss im öffentlichen Dienst in Höhe von 3,2 Prozent, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Die Erhöhung soll in zwei Stufen erfolgen: 1,5 Prozent mehr Geld erhielten die Beschäftigten demnach ab Januar 2022. Ab März 2023 würden die Gehälter und Löhne dann um weitere 1,7 Prozent steigen.

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Bahn will „einen Streiksommer verhindern“

„Unser Angebot von heute ist ein klares Signal für den Tariffrieden“, teilte Bahn-Personalvorstand Martin Seiler mit. „Es muss uns gemeinsam gelingen, einen Streiksommer zu vermeiden.“ Das Angebot beinhalte auch zusätzliche Mobilitätsleistungen für Mitarbeitende.

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Die GDL fordert Lohnerhöhungen wie im öffentlichen Dienst von rund 3,2 Prozent sowie eine deutliche Corona-Prämie im laufenden Jahr. Nach Lesart der Bahn summieren sich die gesamten Forderungen aber auf etwa das Dreifache davon.

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