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Turbulenzen um Ölpreis sorgen für weitere kräftige Verluste an US-Börsen

  • Nicht nur die Corona-Krise sorgt derzeit für viel Wirbel an der US-Börse.
  • Auch die Turbulenzen um den fallenden Ölpreis beschäftigen die Anleger.
  • Die US-Börse hatte sich zuletzt ein wenig vom Corona-Crash erholt.
1:23 min
Der Ölpreis in den USA ist um 300 Prozent zurückgegangen. Verkäufer müssen sogar Geld zahlen, damit jemand ihnen das Öl abnimmt.  © Reuters
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New York. Fortgesetzt heftige Turbulenzen am Rohölmarkt haben den US-Börsen am Dienstag einen weiteren sehr schwachen Handelstag eingebrockt. Zudem hat die Coronavirus-Pandemie die Märkte weiter fest im Griff. Der Dow Jones Industrial büßte letztlich 2,67 Prozent auf 23 018,88 Punkte ein, nachdem der US-Leitindex bereits tags zuvor 2,4 Prozent verloren hatte. So stark hat das weltweit bekannteste Börsenbarometer seit Anfang April nicht mehr nachgegeben.

Der marktbreite S&P 500 beendete den Handel am Dienstag mit einem Abschlag von 3,07 Prozent auf 2736,56 Zähler. Der Nasdaq 100 sackte um 3,71 Prozent auf 8403,00 Punkte ab. In den vergangenen Wochen dagegen hatten sich die US-Börsen spürbar von dem virusbedingten Crash erholen können.

Am Ölmarkt zog der Preiskollaps der amerikanischen Ölsorte WTI zum Wochenstart weitere Verwerfungen nach sich. Auch europäisches Rohöl geriet in den Abwärtsstrudel. Der Ausnahmezustand beruht auf einem stark auseinanderklaffenden Verhältnis von Angebot und Nachfrage. Auf der Nachfrageseite wiegt schwer, dass die Corona-Pandemie derzeit viele Volkswirtschaften faktisch lahmlegt. Auf der Angebotsseite gibt es nach Meinung vieler Fachleute eine Ölschwemme, nachdem sich große Fördernationen jüngst zunächst nicht auf Produktionskürzungen hatten einigen können.

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Dass US-Präsident Donald Trump nun weitere Hilfen versprach beruhigte die Anleger nicht sonderlich, denn die Öl- und Gasindustrie ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in den USA. Laut dem Branchenverband American Petroleum Institute (API) beschäftigt sie mehr als zehn Millionen Menschen und trägt acht Prozent zum Bruttoinlandsprodukt bei. Sollten womöglich nun hoch verschuldete US-Ölunternehmen in Schieflage geraten, könnte dies weitere Kreise ziehen und Folgen für die Kreditmärkte und Banken haben.

RND/dpa

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