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Nur 1700 Schreibtische für 3000 Beschäftigte – Tui tüftelt am Büro der Zukunft

  • 1700 Schreibtische für 3000 Beschäftigte – die Tui in Hannover plant einen Bürokomplex, der eigentlich zu klein ist.
  • Möglich ist das, weil immer mehr Beschäftigte ohnehin im Homeoffice arbeiten wollen.
  • Doch dafür müssen sie künftig auf einen festen Arbeitsplatz und einen eigenen Schreibtisch verzichten.
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Eine kleine Pflanze, Fotos der Familie oder auch ein Berg Akten – im Großraumbüro ist der eigene Schreibtisch oft genug ein Ort der Selbstverwirklichung. Bei der Tui in Hannover fällt das für viele Beschäftigte bald weg. Stattdessen sollen sich die Mitarbeiter Schreibtische teilen – und in den Büros der Zukunft ist längst nicht für alle Platz, berichtet die „Hannoversche Allgemeine Zeitung“ (HAZ).

Demnach plant Europas größter Reisekonzern, seine bislang in der Stadt verteilten Büros auf dem sogenannten Tui-Campus zusammenzulegen. 2022 soll der fertig sein – und neben neuen Räumlichkeiten auch neuartige Arbeitsplätze bieten: Fest vergebene Schreibtische fallen großteils weg. Stattdessen können sich Beschäftigte per App vorab einen Platz im Büro buchen, wie Tui-Campus-Projektleiterin Inga Meyer in der „HAZ“ erklärte. „Wenn ich dann im Gebäude angekommen bin, finde ich einen Platz vor, an dem ich mich einloggen kann und die technische Umgebung zur Verfügung habe.“

1700 Schreibtische für 3000 Beschäftigte

Schlussendlich sollen ihr zufolge 1700 Arbeitsplätze für 3000 Beschäftigte reichen. Möglich sei das, weil ohnehin immer Beschäftigte fehlen, etwa wegen Dienstreisen, Krankheitstagen, Teilzeitverträgen oder Urlauben. „Und dann rechnen wir damit, dass die Pandemie den Trend zum Homeoffice verstärken wird“, sagte Meyer. Zuletzt hätten zwei Drittel der Tui-Beschäftigten in Befragungen angegeben, in Zukunft verstärkt mobil arbeiten zu wollen. „Aber immer auch in Kombination mit dem Büro.“

Der Tui-Campus soll laut Meyer das Beste aus beiden Welten zusammenführen: Wer gerade nur am Computer sitzt, kann das auch von zu Hause aus tun – und spart sich den Arbeitsweg. „Aber auf der anderen Seite wissen wir auch, dass die Zusammenarbeit in Teams ganz wichtig ist für Unternehmen. Kreative Prozesse entstehen, wenn Menschen zusammenkommen“, erklärte Meyer. Sie verwies darauf, dass die Tui mit derartigen hybriden Arbeitsformen in anderen Ländern schon gute Erfahrungen gemacht habe.

Kein Sparprogramm

Konferenzbereiche werden zugleich so geplant, dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von zu Hause per Video zugeschaltet werden, Rückzugsräume und kleinere Zweierbüros sind ebenso angedacht wie Open-Space-Flächen und Räumlichkeiten für Projektarbeit. „Wir sind uns sicher, dass hier eine moderne neue Arbeitswelt entsteht“, so Meyer.

Als Sparprogramm will die Tui den Umzug auf den neuen Campus indes nicht verstanden wissen – auch wenn der Reisekonzern laut „HAZ“ nun seine Kosten um einen zweistelligen Millionenbetrag senken kann. Die Wurzeln des Projekts lägen aber früher, betonte Meyer. „Wir haben bereits 2018 unter dem Arbeitstitel newWork@tui angefangen, darüber nachzudenken, wie die Zukunft der Arbeit bei Tui aussieht.“

RND/hö

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