Aufhebung der Reisewarnung lässt Tui-Aktie abheben

  • Gute Nachrichten für die Reisebranche: Nach Monaten will die Bundesregierung zum 15. Juni 2020 die Reisewarnung für 31 Länder aufheben.
  • An der Börse katapultierte diese Meldung die Tui-Aktie kräftig nach oben.
  • Anleger hoffen nun auf eine besser als bisher erwartete Sommer-Saison 2020 des Reisekonzerns.
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Berlin. Nach drei Monaten, am 15. Juni 2020, will die Bundesregierung die weltweite Reisewarnung aufheben. Voraussetzung dafür ist, dass die Entwicklung der Corona-Pandemie es zulässt, die Fallzahlen also weiter sinken und die Beschränkungen in den Ländern weiter gelockert werden.

In einigen Ländern sind derweil die Öffnungspläne inzwischen schon recht konkret. In Griechenland etwa soll es zunächst ab 15. Juni Flüge aus dem Ausland nach Athen geben, ab 1. Juli dann zu allen Regionalflughäfen. Ende Mai soll klar sein, aus welchen Ländern Touristen anreisen dürfen, Tourismusminister Charis Theocharis “glaubt, will und hofft”, dass auch Deutschland dabei sein wird.

Der Reisekonzern Tui will bereits in wenigen Wochen wieder Reisen zu verschiedenen Zielen durchführen – unter anderem nach Mallorca. Österreich, Griechenland, Zypern, Kroatien und Bulgarien seien ebenfalls sehr gut vorbereitet, sagte Vorstandschef Fritz Joussen der Düsseldorfer “Rheinischen Post”. Die Hotel-Saison solle dort spätestens am 1. Juli starten. Mit der Türkei befinde man sich in Gesprächen. “Es wird eine Dynamik der Öffnungen geben, weil es keinen Grund für einen dauerhaften Lockdown des Tourismus gibt.”

Tui will Flugverkehr nach Mallorca bald aufnehmen

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Joussen kündigte an, schon bald den Flugverkehr nach Mallorca wieder aufnehmen zu wollen. Am 23. Mai hatte Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez dann in einer Rede an die Nation angekündigt, den Empfang ausländischer Touristen unter sicheren Bedingungen ab Juli wieder aufnehmen zu wollen. “Wir halten uns an die offiziellen Vorgaben und stehen mit den lokalen Behörden in Kontakt”, sagte ein Tui-Sprecher. “Sobald es von ihnen grünes Licht gibt, sind wir startbereit.”

Als Reisekonzern ist Tui in besonderem Maße von der Corona-Krise betroffen. Derzeit verliert das Unternehmen jeden Monat eine dreistellige Millionensumme. Tausende Jobs sollen wegen des steigenden Spardrucks gestrichen werden. Um seine Zahlungsfähigkeit zu sichern, bekommt der Konzern über die staatliche Förderbank KfW einen Kredit von 1,8 Milliarden Euro.

Die Nachricht der Aufhebung der Reisewarnungen sorgte bei der Tui-Aktie am Dienstag für ein Kursfeuerwerk. Anleger hoffen nun auf eine besser als bisher erwartete Sommer-Saison 2020 des Reisekonzerns. Der Aktienkurs legte zeitweise mehr als 30 Prozent zu.

RND/dpa

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