Trotz Klimadebatte: SUVs und Geländewagen knacken Millionenmarke

  • Für Klimaschützer sind SUVs und Geländewagen ein rotes Tuch.
  • Doch ihr Verkauf boomt in Deutschland allen Debatten zum Trotz.
  • Nun haben sie erstmals die Marke von einer Million Neuzulassungen in einem Jahr überschritten.
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Flensburg. SUVs und Geländewagen spalten die Gesellschaft: Für die einen sind sie sinnlos spritfressende Straßenmonster, für die anderen Ausdruck persönlicher Freiheit und bequem bei Einstieg und Beladen. Doch ungeachtet aller Debatten boomt der Verkauf von SUVs und Geländewagen in Deutschland, wie aus Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) in Flensburg hervorgeht. 2019 werden demnach erstmals in einem Jahr mehr als eine Million dieser Fahrzeuge neu zugelassen.

Der Boom hält seit Jahren an

Schon im November wurde die Marke mit 1,03 Millionen SUVs und Geländewagen seit Jahresbeginn geknackt. Das sind 18 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Bis zum Jahresende dürfte der Wert auf rund 1,1 Millionen steigen. Es ist ein weiterer Höhepunkt des seit Jahren anhaltenden Booms: Noch 2015 kamen die beiden Segmente zusammen nur auf rund 600 000 Neuzulassungen.

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Jeder Dritte Neuwagen ist ein SUV

SUVs und Geländewagen weisen auch im laufenden Jahr das höchste Wachstum in der KBA-Neuzulassungsstatistik auf. Sie machen mit knapp 31 Prozent Marktanteil in den ersten elf Monaten 2019 inzwischen fast ein Drittel der Pkw-Neuzulassungen in Deutschland aus. Klassische Karosserieformen sind dagegen vom Kleinwagen bis zur Oberklasse auf dem Rückzug. Nur die Segmente Mini-Vans, Utilities, Wohnmobile und Sportwagen wachsen ebenfalls - wenn auch langsamer.

"Das hohe Tempo der SUV-Verkäufe wird auch die nächsten Jahre anhalten", prognostiziert Branchenexperte Ferdinand Dudenhöffer, der das Überschreiten der Millionengrenze bereits vorhergesagt hatte. "Eine Trendumkehr ist nicht erkennbar, das zeigt auch der Vergleich mit anderen Automärkten", sagt er. "Wächst das SUV-Segment in dem hohen Tempo der letzten 10 Jahre weiter, werden bereits 2025 mehr als 50 Prozent der Neuwagen SUVs sein."

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Deutsche Hersteller profitieren vom SUV-Boom

Die größten Profiteure des SUV- und Geländewagen-Booms sind hierzulande die deutschen Hersteller und ihre Töchter. VW verkaufte in den ersten elf Monaten mit knapp 170 000 die meisten Fahrzeuge aus den beiden Segmenten in Deutschland, gefolgt von BMW mit 93 000, Audi mit 76 000, Ford mit 70 000 und Mercedes mit 66 000. Dahinter folgen Seat Opel und Skoda. Da die Fahrzeuge meist etwas teurer als vergleichbare klassische Pkw sind, lohnt sich dies auch finanziell für die Unternehmen.

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Elektroautos und Plug-in-Hybride sind in Deutschland dagegen trotz Förderung noch deutlich in der Minderheit. Von Januar bis November wurden 97 301 dieser Fahrzeuge neu zugelassen Teilweise handelte es sich dabei auch um SUVs oder Geländefahrzeuge.

RND/dpa