Trotz Corona: Warum deutsche Manager weiter an Businesstrips glauben

  • Corona hat die Fluggesellschaften hart getroffen, Geschäftsreisen fallen massenhaft aus.
  • Doch deutsche Manager rechnen laut einer Umfrage auch in Zukunft mit Businesstrips.
  • Die Führungskräfte hierzulande blicken optimistischer aufs Fliegen als ihre europäischen Kollegen – und das hat Gründe.
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Hannover. Corona hat die Fluggesellschaften weltweit hart getroffen. Nicht nur das Geschäft mir Urlaubsreisenden ist weggebrochen, auch Businesstrips wurden gestrichen – digitale Konferenztools ersetzen in Zeiten der Pandemie Trips um die halbe Welt. Welche Bedeutung Firmenreisen für die Branche haben, zeigt ein Blick auf die inzwischen staatliche gestützte Lufthansa: Immerhin ein Viertel ihres Umsatzes macht die Kranich-Airline mit deutschen Geschäftskunden.

Wann erholt sich der Markt mit Geschäftsreisen?

Branchenvertreter fürchten, dass sich der Markt mit Geschäftsreisen erst 2025 vollständig von der Pandemie erholen könnte. Allerdings zeigt eine Studie der internationalen Unternehmensberatung Oliver Wyman, über die die “WirtschaftsWoche” (WiWo) berichtet, dass zumindest deutsche Manager weiterhin an Businesstrips glauben – und dabei deutlich optimistischer sind als ihre europäischen Kollegen. Zwar gehen 20 Prozent der befragten Führungskräfte davon aus, in Zukunft weniger dienstlich unterwegs zu sein. Doch immerhin 13 Prozent rechnen mit mehr Reisen. “Damit könnte der Geschäftsreisemarkt am Ende doch weniger leiden als der Feriensektor”, wird Wyman-Berater Florian Dehne in der “WiWo” zitiert.

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Interessant sind die deutschen Zahlen im europäischen Kontext: In Frankreich, Großbritannien, Italien und Spanien erwarten 25 Prozent der Befragten weniger Trips. Nur jeder Zehnte glaubt, in Zukunft öfter die Koffer fürs Unternehmen packen zu müssen. Dass deutsche Manager offenbar eine größere Reiselust verspüren, hat handfeste Gründe: 36 Prozent glauben, dass Diensttrips ihrem Unternehmen mehr Umsatz bringen, im europäischen Vergleich meinen das nur 25 Prozent. Und: Jeweils 14 Prozent der Deutschen rechnen bei Dienstreisen mit mehr Aufträgen als durch Videokonferenzen und zusätzlich mit mehr Reisen durch sinkende Preise bei Fluglinien und Hotels.

Deutsche Manager sind privat weniger reisefreudig

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Allerdings zeigt sich der Einfluss von Corona auf deutsche Manager an anderer Stelle – nämlich im Privaten. Hier ist die Reiselust deutlich gedämpfter. Ein Drittel der Befragten erwartet, in Zukunft seltener die Heimat zu verlassen. Lediglich 19 Prozent wollen künftig mehr Freizeit außerhalb der eigenen vier Wände verbringen.

RND/fh

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