Trendwende: Immer mehr junge Deutsche greifen wieder zum Buch

Jahrelang ging es am Buchmarkt bergab, nun sehen Händler einen Wendepunkt erreicht: Im vergangenen Jahr kauften deutlich mehr Deutsche ein Buch. Besonders junge Menschen begeisterten sich den jüngsten Verkaufszahlen zufolge wieder für Literatur und Sachbücher.

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Frankfurt/Main. Im vergangenen Jahr ist die Zahl der Buchkäufer in Deutschland zum ersten Mal seit 2012 wieder gestiegen. Insgesamt 29,9 Millionen Menschen ab 10 Jahren kauften mindestens ein Buch, wie der Börsenverein des Deutschen Buchhandels am Donnerstag in Frankfurt berichtete. Ein Jahr zuvor hatte es 29,6 Millionen Buchkäufer gegeben. Alexander Skipis, Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins, sprach von einem „Wendepunkt in der Buchbranche“.

Besonders erfreulich für den Buchhandel: Die größten Zuwächse an Buchkäufern gab es in den Altersgruppen, in denen in den vergangenen Jahren die meisten Käufer verloren gegangen waren. Bei den 20- bis 29-Jährigen stieg die Zahl der Käufer um 15,2 Prozent, bei den 30- bis 39-Jährigen um 15,8 Prozent.

Sachbücher werden beliebter

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Eine Stabilisierung gab es den Angaben zufolge beim Umsatz, der im vergangenen Jahr mit 9,13 Milliarden Euro auf demselben Niveau wie 2017 lag. Deutliche Zuwächse gab es bei E-Books. „Das zeigt, dass sich das E-Book im Publikumsmarkt als weitere Darreichungsform etabliert und noch Steigerungspotenzial hat“, sagte Matthias Heinrich, Schatzmeister des Börsenvereins.

Bei den Warengruppen verzeichnete das Sachbuch mit 5,5 Prozent den stärksten Umsatzzuwachs. Es machte 2018 insgesamt 10,6 Prozent des Gesamtumsatzes aus. Auch Kinderbücher legten um 3,2 Prozent zu, sie machen etwa 16 Prozent der Umsätze aus.

Umdenken in der Branche

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Davon, dass Bücher eine Zukunft haben, sind die Händler ohnehin überzeugt. Bei Befragungen hätten schließlich viele ehemalige Buchleser angegeben, das Lesen sehr zu schätzen. Im Stress des Alltags und besonders angesichts der Ablenkung in sozialen Medien gerate das Lesen jedoch aus dem Fokus.

Das nun wieder zunehmende Interesse an Büchern führt der Börsenverein deshalb auch auf ein Umdenken im Buchhandel zurück. Zunehmend würden die Händler auf neue Ladenkonzepte, kreative Veranstaltungsformate sowie besserem Service arbeiten – um mehr Kontakt zu potenziellen Bücherwürmern zu haben und diese an den Buchhandel zu binden.

Von RND/dpa

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