Trend Teilzeit: Erwerbstätige arbeiten immer weniger Stunden die Woche

  • Beschäftigte in Deutschland arbeiten im Schnitt fast vier Stunden die Woche weniger als noch 1991. Das zeigen Zahlen des Statistischen Bundesamts.
  • Demnach reduzierte sich die Arbeitszeit im Schnitt von 38,4 Stunden auf 34,8 Stunden die Woche.
  • Im europäischen Vergleich arbeiten nur die Niederländer, die Dänen, die Norweger und die Schweizer noch weniger Stunden.
Johannes Christ
|
Anzeige
Anzeige

Erwerbstätige in Deutschland arbeiten im Schnitt 34,8 Stunden die Woche. Das zeigen neuste Zahlen des Statistischen Bundesamts aus dem Jahr 2019. Demnach sank die durchschnittliche Wochenarbeitszeit im Vergleich zu 1991 um fast vier Stunden. Damals hat ein Erwerbstätiger in Deutschland noch im Schnitt 38,4 Stunden pro Woche gearbeitet.

Mehr Teilzeitverträge

Zurückzuführen ist das darauf, dass immer mehr Menschen in Deutschland in Teilzeit arbeiten. Während im Jahr 1991 nur 14 Prozent aller Erwerbstätigen einen Teilzeitvertrag hatten, traf das im Jahr 2019 schon auf 29 Prozent zu.

Anzeige

Vor allem Frauen arbeiten oft nur mit reduzierter Stundenzahl: Gab es im Jahr 1991 noch rund vier Millionen teilzeitbeschäftigte Frauen, waren es im Jahr 2019 fast neun Millionen.

Aber auch die Zahl der teilzeitbeschäftigten Männer steigt: Hatten im Jahr 1991 nur rund 400.000 Männer einen Teilzeitvertrag, waren es 2019 schon mehr als zwei Millionen.

Im Schnitt arbeitete ein Teilzeitbeschäftigter zuletzt 19,5 Stunden pro Woche, ein Vollzeitbeschäftigter 41 Stunden. Dieses Bild hat sich im Vergleich zu 1991 kaum geändert: Damals arbeitete ein Teilzeitbeschäftigter im Schnitt 20 Stunden die Woche, eine Vollzeitkraft 41,4 Stunden.

Anzeige

Nahezu unverändert ist auch die Zahl derer, die regelmäßig viele Überstunden machen. Laut den Daten der Statistiker gab fast jeder zehnte Vollerwerbstätige 2019 an, gewöhnlich mehr als 48 Stunden pro Woche zu arbeiten (9,7 Prozent). 1991 waren es 10,3 Prozent.

Niederländer arbeiten am wenigsten Wochenstunden

Anzeige

Im europäischen Vergleich gehört Deutschland zu den Ländern mit den wenigsten Wochenarbeitsstunden, unterboten lediglich von den Niederlanden (30,4 Stunden die Woche), Dänemark (33,3 Stunden), Norwegen (33,7 Stunden) und der Schweiz (34,6 Stunden). Besonders viel arbeiten dagegen Erwerbstätige in Griechenland (41,7 Stunden die Woche) und Bulgarien (40,5 Stunden die Woche).

Selbstständige arbeiten oft viel und lange

Wesentlich längere Arbeitszeiten als Angestellte haben in Deutschland meist Selbstständige. Laut den Zahlen des Statistischen Bundesamts arbeitete 2019 fast die Hälfte der Selbstständigen in der Regel mehr als 48 Stunden in der Woche (46,3 Prozent). 54 Prozent gaben außerdem an, regelmäßig am Samstag zu arbeiten.

  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen