Top 10: So viel Geld bekommen Europas Topmanager

Durchschnittlich 6,4 Millionen Euro haben Europas Konzernchefs im vergangenen Jahr bekommen. Einige von ihnen allerdings deutlich mehr, wie eine jüngste Studie zeigt.

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Hannover. Europas Topmanager haben im vergangenen Jahr durchschnittlich 6,4 Millionen Euro verdient – Nebenleistungen wie die Altersvorsorge, Dienstfahrzeuge und ähnliches nicht eingeschlossen. Im Vergleich zum Vorjahr bekamen die Vorstandsvorsitzenden und CEOs der größten europäischen börsennotierten Unternehmen etwa 7,8 Prozent mehr als im Vorjahr, stellte die Unternehmensberatung hkp in einer Studie fest.

Für den Anstieg nennt hkp vor allem einen Grund: Der Vorstandsvorsitzende des belgischen Brauereikonzerns Anheuser-Busch bekam ein außerordentliches Aktienoptionsprogramm, was ihm 25,2 Millionen Euro eingebracht habe – zusätzlich zu den 7 Millionen Euro, die der Chef von unter anderem Becks, Budweiser und Corona laut hkp ohnehin erhielt.

Spitzenreiter in Europa: Anheuser-Busch-Chef Carlos Brito. Der Bier-Manager (u.a. Becks, Leffe, Corona, Budweiser) erhielt 2018 Vergütungen in Höhe von 32,3 Millionen Euro.
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Das habe allerdings die Statistik deutlich verzerrt, schreiben die hkp-Analysten. Denn abseits dieses Ausreißers hätten sich die normalen Vorstandsvergütungen moderat entwickelt und seien um durchschnittlich 0,8 Prozent gestiegen.

Michael H. Kramarsch, Partner bei hkp, betont allerdings, dass die Vergütungen teils stark variieren. „Zahlreiche Sonderfälle wie Vertragsbeendigung, Change-of-Control oder strategische Einmal-Incentives bringen das Vergütungsgefüge aber durcheinander“, so Kramarsch.

Als Beispiele nennt er die 41,4 Millionen Euro Pensionsansprüche, die Linde-Chef Steve Angel angehäuft hat ebenso wie die Abfindung für den früheren VW-Chef Martin Winterkorn, die hkp mit 17,8 Millionen Euro beziffert.

Die hkp-Studie erfasst lediglich Direktvergütungen für Top-Manager. Einberechnet sind nach Angaben von hkp die festen Grundvergütungen sowie erfolgsabhängige Zahlungen. Diese gliedern sich auf in Zahlungen, die anhand der Performance im jüngsten Geschäftsjahr (einjährige variable Vergütung) sowie anhand der langfristigen Geschäftsentwicklung (mehrjährige variable Vergütungen) bestimmt werden. Nicht erfasst wurden hingegen Ansprüche auf Altersvorsorge, Pensionen sowie auf Nebenleistungen wie Dienstfahrzeuge.

Lob gibt es seitens hkp für die Bilanzierung der Unternehmen. Diese würden transparenter über die Bezüge der Topmanager informieren. „Der Druck von Investoren und Öffentlichkeit hat zuletzt in den Vergütungsberichten der Unternehmen deutliche Spuren hinterlassen“, sagte hkp-Vergütungsexpertin Verena Vandervelt. Zugleich betonte sie, dass die neue europäische Aktionärsrichtlinie auf dieser Ebene noch mehr Transparenz mit sich bringen werde.

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Insgesamt liegen die europäischen Top-Manager mit ihren Vergütungen aber weit unter ihren Kollegen in den USA. Dort erhielten die Chefs der Dow-Jones-Unternehmen durchschnittlich fast 17 Millionen Euro.

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Von RND/Christoph Höland