Tönnies: Zahlreiche Arbeitsschutzverstöße vor Corona-Ausbruch

  • Beim Schlachtbetrieb Tönnies gab es schon vor dem Corona-Ausbruch schwerwiegende Arbeitsschutzmängel.
  • Diese blieben wegen fehlender Kontrollen jedoch lange unentdeckt.
  • Erst nach dem Ausbruch bei der Firma Westfleisch rückten Kontrolleure bei Tönnies an.
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Beim Schlachtbetrieb Tönnies kam es bereits vor dem Coronavirus-Ausbruch zu Verstößen gegen die SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandards. Dem WDR zufolge geht dies aus Berichten des Arbeitsschutzes hervor.

Tönnies wurde in der Pandemie erst nach dem Corona-Ausbruch bei der Firma Westfleisch Anfang Mai kontrolliert, zwischen Mitte März und Mitte Mai fanden keine Kontrollen statt. Dabei wurden bei der Kontrolle Mitte Mai “gravierende Mängel im Hinblick auf die Vorgaben der Sars-CoV-2-Arbeitsschutzstandards” festgestellt.

Von Hygienemängeln zu fehlender Schutzausrüstung

In der Kantine in Rheda-Wiedenbrück wurden den Kontrolleuren zufolge keine Maßnahmen getroffen, um die Anzahl der Sitzplätze zu reduzieren. Zudem wurden die Tische zwischendurch weder gereinigt noch desinfiziert. Die kontrollierten Toilettenräume waren stark verunreinigt, es fehlten laut Bericht zudem Desinfektionsmittelspender. Tönnies räumte die Mängel ein und versprach schriftlich Besserung.

Nachdem sich Mitte Mai mehr als 2000 Tönnies-Mitarbeiter mit dem Virus infizierten, fanden Arbeitsschutzprüfer Ende Juni und Anfang Juli gefährliche Arbeitsplätze bei Tönnies: Darunter gab es laut WDR Absturzgefahren, fehlende Schutzbrillen oder leere Verbandskästen. Zudem seien im Betrieb insgesamt zu wenige Toiletten vorhanden. Tönnies bessert daraufhin nach: Der Konzern ergänzt Geländer, verlegt Arbeitsplätze, füllt Erste-Hilfe-Koffer nach und verweist auf weitere Toiletten in einem Nachbargebäude.

Kontrollen wurden inzwischen verschärft

Die Mängel blieben lange Zeit unentdeckt, doch eine umfangreiche Prüfung war der Bezirksregierung Detmold zufolge erst nach einer vorübergehenden Schließung des Betriebs möglich. Mittlerweile wird der Fleischkonzern jedoch deutlich häufiger kontrolliert: Allein im Juli waren die Arbeitsschützer neunmal im Betrieb.

RND/tmo


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