Umweltschützer besetzen Bäume auf Tesla-Gelände

  • Umwelt-Aktivisten haben offenbar Bäume auf dem Gelände der geplanten Tesla-Fabrik Grünheide besetzt.
  • Mittlerweile ist die Besetzung beendet, wie die Polizei mitteilte.
  • Derweil sind die Rodungen gestoppt, bis es eine eindeutige Gerichtsentscheidung gibt.
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Potsdam/Grünheide. Die Rodung von Bäumen auf dem Gelände der geplanten Fabrik von US-Elektroautobauer Tesla steht vorerst still - doch die Brandenburger Landesregierung zeigt sich optimistisch für die Fortsetzung. "Wir lassen uns davon erst mal nicht unter Druck setzen", sagte Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD) am Montag in Potsdam.

Er sei davon überzeugt, dass die Behörden “einen guten Job” gemacht hätten und das Oberverwaltungsgericht (OVG) dies bei seiner Entscheidung anerkennen werde. Andernfalls werde geprüft, ob der Wald auch gerodet werden könne, nachdem die Vegetationsperiode schon begonnen habe. Das OVG hatte die Rodung vorerst gestoppt.

Umwelt-Aktivisten auf den Bäumen

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Trotz des Rodungsstopps besetzten Umweltschützer nach eigenen Angaben Bäume auf dem Gelände. Zunächst hätten sich zwei Aktivistinnen auf Bäumen befunden, sagte eine Sprecherin am Montag. “Wir fordern, dass der Wald nicht abgeholzt wird, es gibt wegen der übereilten Rodung keinen Platz für Bedenken.” Am späten Nachmittag gaben die Besetzer nach Polizeiangaben auf.

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Umweltschützer besetzen Bäume auf Tesla-Gelände
1:48 min
Umweltaktivisten haben auf dem Gelände der geplanten Tesla-Fabrik in Brandenburg mehrere Bäume besetzt, um die Rodung des Kiefernwaldes zu stoppen.  © AFP

Zumindest auf Twitter veröffentlichte Fotos deuten daraufhin, dass sie sich eigentlich auf einen längeren Aufenthalt in den Grünheider Wipfeln eingestellt hatten. Sofern die Aufnahmen authentisch sind, haben die Umweltschützer Plattformen zwischen mehreren Fichten errichtet - nicht unähnlich denen im Hambacher Forst.

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Wer die Aktivisten sind, ist bislang unklar. Ihr Twitter-Akkount ist offenbar neu. Zumindest im Umgang mit Ordnungskräften scheinen sie aber etwas Erfahrung zu haben. Und auch ihre Grundhaltung schimmert bereits durch: So etwas wie einen grünen Kapitalismus gebe es nicht, heißt es auf dem Profil.

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Rodung erst erlaubt, dann gestoppt

Das Landesumweltamt Brandenburg hatte den vorzeitigen Beginn der Rodung des Geländes am vergangenen Donnerstag genehmigt. Endgültiges grünes Licht steht aber aus. Der Umweltverband Grüne Liga Brandenburg und der Verein für Landschaftspflege und Artenschutz in Bayern versuchten danach mit Eilanträgen beim Verwaltungsgericht Frankfurt (Oder), die Fällung von Bäumen zu stoppen - vergeblich. Das OVG Berlin-Brandenburg stoppte dann die Rodung von zunächst rund 90 Hektar auf dem Tesla-Gelände (OVG 11 S 8.20).

Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) kommentierte den Fall bei Twitter, zeigte sich optimistisch, dass der Eingriff in die Natur beim Bau des Tesla-Werks ausgeglichen werden könne.

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Ab Juli 2021 will Tesla die Produktion in Grünheide (Kreis Oder-Spree) bei Berlin starten und 500 000 Fahrzeuge im Jahr vom Band laufen lassen. Bisher war geplant, dass das Waldstück möglichst bis Ende Februar gerodet werden soll. Wirtschaftsminister Steinbach geht davon aus, dass das OVG die Weichen für die weitere Rodung stellen wird. Aber: “Sollte ich mich irren (...), dann verlieren wir (Zeit) in der Größenordnung von drei, vier Wochen”, sagte er.

Das OVG hatte erklärt, es sei nicht davon auszugehen, dass das Begehren der Grünen Liga von vornherein offensichtlich aussichtslos sei. Nach der Entscheidung vom Samstag könnten bis zu diesem Dienstag zunächst Einwendungen gemacht werden, sagte Christiane Scheerhorn, Sprecherin des Oberverwaltungsgerichtes. Dann werde das Gericht zeitnah entscheiden. Einen genauen Zeitpunkt nannte sie nicht.

Grüne Liga will Tesla-Werk “nicht verhindern”

Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, kritisierte überzogene Hürden. "Der Fall Tesla ist symptomatisch für eine überbordende, ineffiziente und selbstgefällige Bürokratie, die immer häufiger eine Bremse für Wohlstand und Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft ist", sagte Fratzscher dem "Handelsblatt". "Nicht nur Tesla, sondern viele deutsche Unternehmen klagen seit langem über zu hohe Hürden für Investitionsprojekte."

Der Vorsitzende der Grünen Liga Brandenburg, Heinz-Herwig Mascher, versicherte: "Wir wollen aber Tesla nicht verhindern." Allerdings sollte das Unternehmen nicht anders als andere behandelt werden. Steinbach wies zurück, dass es eine Sonderbehandlung für Tesla gebe. "Genehmigt werden wird nur das, was (...) den Spielregeln entspricht."

RND/dpa/hö

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