Tesla plant Fabrik mit bis zu 2000 Jobs – in Niedersachsen?

Der Elektroautobauer Tesla prüft eine Ansiedlung in Niedersachsen. Emden und das Emsland dürfen sich Hoffnungen auf ein Werk mit bis zu 2000 Jobs machen. Die Landesregierung ist zuversichtlich.

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Hannover. Der Elektroautohersteller Tesla hat offenbar Interesse an einem Fertigungsstandort in Niedersachsen. Der US-Konzern sei mit einer entsprechenden Anfrage auf das Wirtschaftsministerium zugekommen, sagte Minister Bernd Althusmann (CDU) am Mittwoch in Hannover. „Eine gute Lage im europäischen Verkehrsnetz samt Hafen-Anbindung, eine dynamische Forschungslandschaft und erneuerbare Energien vor der Haustür – Niedersachsen ist eine der weltweiten Topregionen der Automobilwirtschaft.“

Vor einem Jahr hatte Tesla angekündigt, in Europa nach Standorten für zwei sogenannte Giga-Factories zu suchen – darunter versteht der Konzern kombinierte Batterie- und Autofabriken. Deutschland sei dafür „die bevorzugte Wahl für Europa“, hatte Vorstandschef Elon Musk erklärt. Daraufhin hatten gleich vier Bundesländer ihren Hut in den Ring geworfen und entsprechende Liegenschaften angeboten – die niedersächsische Landesregierung hatte sich seinerzeit noch sehr zurückhaltend gezeigt.

Emden und das Emsland sind die Favoriten

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Engere Kontakte zu Tesla bestehen aber schon länger. Bereits vor drei Jahren – damals noch unter rot-grünerRegierung – hatte sich das Land gemeinsam mit der Stadt Emden um die Ansiedlung einer Batteriefabrik bemüht. Auch Papenburg, Dörpen und das niederländische Eemshaven hätten seinerzeit Interesse angemeldet, berichtete die „Ostfriesen-Zeitung“. Offenbar richtet Tesla sein Augenmerk heute auf diese Region im Nordwesten – nach HAZ-Informationen stehen Emden und das Emsland auf der Liste der Kandidaten ganz oben.

Dem Vernehmen nach plant der US-Konzern in Niedersachsen vorerst keine Giga-Factory – die Rede ist von einer reinen Fahrzeugfertigung. Zur Größe einer solchen Fabrik will sich das Wirtschaftsministerium nicht äußern – man habe Vertraulichkeit vereinbart. Vor Ort hieß es gestern, Tesla wolle zunächst vergleichsweise klein anfangen. Am wahrscheinlichsten sei eine Fabrik mit 1000 bis 2000 Arbeitsplätzen. Zum Vergleich: Das VW-Werk in Emden beschäftigt knapp 9000 Mitarbeiter.

Elektroautos fahren in der Nische

Die Landesregierung hat sich zuletzt offenbar intensiver um Tesla bemüht. Althusmann habe im vergangenen September in einem Brief an Musk noch einmal die Vorteile Niedersachsens angepriesen, verlautete aus dem Wirtschaftsministerium. Die Amerikaner hätten dann ein Anforderungsprofil erstellt – daraufhin habe man potentielle Standorte präsentiert, hieß es. „Wir werden die Suche Teslas weiterhin positiv begleiten“, sagte Althusmann. „Ich würde mich über ein Engagement des Unternehmens und die damit verbundenen neuen Arbeitsplätze in unserem Land freuen.“

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Noch sind Elektroautos in Deutschland nur in der Nische unterwegs, aber ihr Anteil an den Neuverkäufen wächst. Im ersten Halbjahr wurden hierzulande 31.000 Elektromobile neu zugelassen – ein Plus von 80 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Deutschland ist damit der drittgrößte Elektroautomarkt der Welt, der Anteil der batteriegetriebenen Fahrzeuge an den Neuverkäufen liegt aber nur bei 1,7 Prozent.

Tesla hat zwar einen Showroom in Hannover –kündigte aber an, Autos bald nur noch über Internet zu verkaufen. Das hat Kunden teils beunruhigt.

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Von Jens Heitmann

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