Tesla in Brandenburg: Demos für und gegen die Giga-Factory

  • Der US-Automobilkonzern Tesla will seine europäische Fabrik für Elektroautos in einem brandenburgischen Waldstück bauen.
  • Davon sind längst nicht alle Bürger begeistert.
  • Viele sorgen sich um die Umwelt und den ansteigenden Wasserverbrauch, der mit der Ansiedlung einhergeht.
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Grünheide/Cottbus. Gegen die geplante Ansiedlung des US-Elektroautobauers Tesla haben am Samstag in der Brandenburger Gemeinde Grünheide (Oder-Spree) nach Polizeiangaben rund 200 Menschen demonstriert. Mit Plakaten, die Aufschriften wie „Keine Großfabrik im Wald“ oder „Geheim verhandelt – Umwelt verschandelt“ trugen, protestierten die Bürger gegen die Rodung des Waldes für das große Gelände, auf dem die Fabrik gebaut werden soll.

Teslas voraussichtlicher Wasserverbrauch erregt Aufsehen

Auch der voraussichtliche Wasserverbrauch besorgt Gegner der geplanten Ansiedlung. Die Fabrik, in der bis zu 500.000 Fahrzeuge jährlich hergestellt werden sollen, würde den Verbrauch im Landkreis Oder-Spree um etwa 37 Prozent erhöhen. Obwohl Tesla rund ein Drittel des Wassers in eigenen Anlagen recyclen will, heißt es in einer Mitteilung des Wasserverbandes Strausberg-Erkner deshalb: „Gegenwärtig kann weder die Trinkwasserversorgung noch die Schmutzwasserentsorgung in dem von Tesla gewünschten Zeitrahmen gewährleistet werden.“

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Welche Wassermengen realisierbar sind und wie die konkreten Auswirkungen einer Knappheit aussähen, wird aktuell im Rahmen eines Genehmigungsverfahrens verhandelt. Mitte März könne mit einem Ergebnis gerechnet werden, erklärte Sprecherin Frauke Zelt der Märkischen Allgemeinen Zeitung (MAZ).

Demonstration für Teslas Ansiedlung fiel wesentlich kleiner aus

An einer weiteren Demo für die Tesla-Ansiedlung nahmen dagegen circa 30 Menschen teil, wie die Polizei auf Nachfrage mitteilte. Nach Angaben der Veranstalter waren es jedoch rund 50 Teilnehmer, darunter zahlreiche Familien mit Kindern. Auf Transparenten stand „Elon, ich möchte ein Auto von Dir“ oder „Gestalten statt verhindern.“ Einige Bewohner aus Grünheide waren mit ihren Tesla-Fahrzeugen gekommen.

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Als ein Zug von Tesla-Gegnern an den Befürwortern vorbeilief, kam es kurzzeitig zu verbalen Auseinandersetzungen. Beide Seiten beschimpften sich gegenseitig. Die Polizei war mit zahlreichen Einsatzkräften vor Ort. Die Lage beruhigte sich anschließend wieder.

US-Elektroautobauer Tesla in Brandenburg: Weitere Demonstrationen geplant

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Auch in den kommenden Tagen wollen die Tesla-Gegner ihre Proteste fortsetzen, unter anderem mit einem Waldspaziergang. Um die Kritik einzudämmen, könnte der Brandenburger Landtagsabgeordneten Isabell Hiekel nach eine stärkere öffentliche Präsenz Abhilfe schaffen. Sie würde „das Vertrauen der betroffenen Bevölkerung für das Vorhaben zu verbessern“.

Von den Befürwortern hieß es hingegen, die Demonstration für Tesla sei eine einmalige Aktion gewesen, die ein Zeichen setzen sollte, dass Menschen im Ort den Autobauer willkommen heißen.

RND/jo/dpa

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