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Neues Werk in Grünheide

Warum Tesla BMW und Audi in Bedrängnis bringt

Elon Musk in Grünheide im neuen Tesla-Werk.

Welche Rolle spielt Tesla derzeit auf dem deutschen Automarkt?

Frankfurt. Nach den Zahlen des Kraftfahrtbundesamtes (KBA) wurden im Januar und Februar insgesamt 6363 Personenwagen des Elektroautobauers zugelassen. Damit hat das US-Unternehmen zwar einige bekannte Marken wie Citroen, Volvo oder Mazda zwar hinter sich gelassen. Die 6363 Neuzulassungen sind aber im Vergleich zum Marktführer VW, der im gleichen Zeitraum mehr als 73.000 Autos die Straße brachte, verschwindend gering.

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Warum ist dann das öffentliche Interesse bei Tesla so hoch?

Das hat nicht nur mit Firmenchef und -gründer Elon Musk zu tun, der von seinen Fans wie ein Rockstar gefeiert wird. Entscheidend ist der Schwung, mit dem Tesla die Elektromobilität vorantreibt. Daraus resultiert auch die enorm hohe Bewertung des Unternehmens an der Börse. Mit einer Marktkapitalisierung von umgerechnet 860 Milliarden Euro ist es fast neunmal so viel wie der Volkswagenkonzern wert.

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Wie macht sich Teslas Expansion hierzulande bemerkbar?

Laut KBA haben die Amerikaner die Zahl ihrer Neuzulassungen in den ersten zwei Monaten im Vergleich zum Vorjahr um 168 Prozent gesteigert. Wobei hinzu kommt, dass im Januar kaum Fahrzeuge ausgeliefert wurden. Die monatlichen Verkäufe hängen bislang davon ab, wann ein Schiff beladen mit Teslas, die in den USA oder in China gefertigt wurden, hier ankommt.

Im Februar war das Model 3 das am meisten verkaufte E-Auto hierzulande, der ID3 und der ID4 von VW wurden abgehängt. Das Model 3 war zugleich der beliebteste Wagen in der Mittelklasse, unter anderem hat er den 3er-BMW mit Verbrennerantrieb überholt. Eine aktuelle Umfrage der Firma Plus-Marktforschung unter Autokäuferinnen und Autokäufern hat ergeben, dass 59 Prozent die Kalifornier als die führende Elektro-Automarke bewerten. Mit weitem Abstand folgen BMW, Audi und VW.

Worin liegt die Überlegenheit von Tesla?

Natürlich spielt Musk mit seinem Marketingtalent, seinen Tweets und seinen spektakulären öffentlichen Auftritten eine entscheidende Rolle. Experten hingegen preisen aber auch, dass die Autos nach wie vor technisch führend sind, weil sie nicht nur mit einem avancierten E-Antrieb, sondern vor allem mit der modernsten Software ausgestattet sind. Branchenkenner gehen davon aus, dass der technologische Vorsprung noch längere Zeit bestehen bleibt, obgleich er geringer werden dürfte.

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Welche Rolle spielt das neue Werk in Grünheide?

Im Brandenburgischen wird das neue Model Y gefertigt, eine kompakte Geländelimousine (SUV). Sie ist in dem Sektor des Automarkts unterwegs, der am schnellsten wächst. „Wir gehen davon aus, dass Grünheide in diesem Jahr mindestens 100.000 neue Tesla-Modelle produziert“, sagte Autoprofessor Ferdinand Dudenhöffer dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). Das bedeutet auch, dass der hiesige Markt künftig stetiger mit Musks E-Autos versorgt wird – der Absatz und deren Marktanteil dürften dadurch steigen. Dudenhöffer prophezeit: „Und 2023 wird die Kurve steil nach oben gehen.“

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Wie groß sind die Absatzchancen hierzulande?

Sie sind enorm. Doch wegen des anhaltenden Chipmangels kann die Nachfrage nach E-Autos nicht annähernd befriedigt werden. Dennoch wurden laut KBA im Februar rund 28.000 batterie-elektrische Pkw neu zugelassen, was einer Steigerung um 55 Prozent zum Vorjahr entspricht. Tesla war der Hauptprofiteur von dieser Entwicklung.

Was bedeutet das für die deutschen Autobauer?

Dudenhöffer sieht vor allem BMW und Audi als wichtigste Konkurrenten. Bei den deutschen Herstellern sei die Elektromobilität noch eine Nische, bei Tesla ein „Erfolgsmodell“, das inzwischen auch hohe Renditen bringe. Kritisch für die Rivalen sei die Preis-Positionierung. Während die Autos der Deutschen immer teurer würden, mache Tesla seine Fahrzeuge zunehmend attraktiver für die Kunden.

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Wie geht das?

Musks Firma hat die Preise in den vergangenen Jahren kontinuierlich gesenkt. Eine moderne Fertigung mit Robotern spielt dabei eine wichtige Rolle. Hinzu kommt, dass mit der Erhöhung der Stückzahlen die Kosten pro Fahrzeug sinken. 2021 kostete ein Tesla laut Dudenhöffer im Schnitt noch 42.700 Euro – deutlich weniger als ein BMW. Der Autoexperte geht davon aus, dass die Preissenkungen mit dem neuen Werk weitergehen, weil dort „erhebliche Kostenverbesserungen“ realisiert würden. Die Amerikaner rückten BMW und Co immer stärker „auf die Pelle“. Mit der Auslieferung des ersten Grünheide-Tesla sei „die neue Zeit in der Autoindustrie auch in Deutschland angekommen“.

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