Tesla: Tausende Besucher bei Tag der offenen Tür in Grünheide – Elon Musk mit Panne bei Auftritt

  • Innerhalb von zwei Jahren hat der US-Elektroautobauer Tesla vor den Toren von Berlin seine Gigafactory gebaut.
  • Am Samstag durften sich zahlreiche Besucher ein Bild vom Autowerk in Grünheide machen.
  • Tesla-Chef Elon Musk präsentierte vor Ort die Unternehmensziele – und leistete sich bei seinem Auftritt eine Panne.
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Hannover/Grünheide. Der US-Elektroautobauer Tesla hat am Samstag in Grünheide zum Tag der offenen Tür eingeladen. Tausende Besucher reisten aus ganz Deutschland an und erhielten einmalige Einblicke in die fast fertiggestellte Fabrikhalle der neuen Gigafactory, deren Bau vor etwa zwei Jahren begann. Auch Unternehmenschef Elon Musk war vor Ort und sprach zu den zahlreichen Gästen. Doch dabei lief nicht alles rund, wie die „Märkische Allgemeine“ (MAZ) berichtet.

Bei der Rede des visionären Tesla-Chefs haperte es ausgerechnet bei der Technik. Laut MAZ habe Musk einen kurzen Wortbeitrag auf Deutsch geplant. Das Problem: Sein Bildschirm zeigte lediglich einen englischen Text an. Mit dem Rücken zum Publikum gedreht, las er am Ende etwas überfordert deutsche technische Wörter vor. Einen wirklichen Zusammenhang hatten diese aber nicht. Als er wieder in seine Muttersprache umschwenkte, lobte er Deutschland für die gebotenen Möglichkeiten.

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Tesla-Fabrik bei Berlin präsentiert sich der Öffentlichkeit
1:22 min
Wenige Wochen vor dem erwarteten Produktionsstart hat der US-Elektroautobauer Tesla am Samstag sein erstes europäisches Werk der Öffentlichkeit präsentiert.  © dpa
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12.000 Mitarbeiter, 500.000 Elektroautos pro Jahr

Musk hatte Pläne für die sogenannte Gigafactory in Grünheide in Brandenburg Ende 2019 bekannt gemacht. Das Milliardenprojekt startete wenig später mit sogenannten vorzeitigen Zulassungen und ist nun fast fertig – obwohl die endgültige umweltrechtliche Genehmigung noch fehlt. Bis zu 9000 Besucher mit vorbestellten Tickets konnten am Samstag in der mehrere Hundert Meter langen und breiten Fabrikhalle bereits Roboter auf Fertigungsstraßen im Testbetrieb sehen.

Künftig sollen etwa 12.000 Mitarbeiter in Grünheide bis zu 500.000 Elektroautos im Jahr bauen. Dabei will Tesla möglichst viele Teile vor Ort produzieren, um von Zulieferern unabhängig zu sein. Tesla betont vor allem die Bedeutung der eigenen Druckgussanlage und der hochmodernen Lackiererei. Zudem entsteht neben dem Autowerk eine eigene Batteriefabrik.

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Beides solle bis Ende 2022 Massenfertigung erreichen, sagte Musk. Die Produktion der ersten Fahrzeuge noch in diesem Jahr sei einfach. „Superschwierig“ sei das Hochfahren der Produktion auf 5000 bis 10.000 Fahrzeuge pro Woche. In Grünheide soll das Tesla Model Y vom Band laufen, ein vollelektrischer Mittelklassewagen für einen Listenpreis ab 59.965 Euro.

Elon Musk reagiert auf Kritik von Umweltschützern

Musk reagierte bei seinem Auftritt vor etwa 1500 jubelnden Fans am Samstagabend auch auf die Kritik von Naturschützern. „Unsere Fabrik verbraucht sehr wenig Wasser“, sagte er. Die Firma veranschlagt pro Fahrzeug einschließlich Batterieproduktion 2,2 Kubikmeter und betont, das liege unter dem Branchendurchschnitt von mehr als 3 Kubikmetern. Die Batterieproduktion sei ebenfalls nachhaltig und rohstoffsparend.

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Teslas Mission sei eine schnelle Abkehr von fossilen Brennstoffen und deren klimaschädlichem Kohlendioxid. Von den zwei Milliarden Autos und Lastwagen auf der Welt wolle Tesla jährlich ein Prozent mit Elektrofahrzeugen ersetzen, also bis zu 20 Millionen, bekräftigte Musk. Trotz stark steigender Absatzzahlen ist es bis dahin noch eine weite Wegstrecke: Im dritten Quartal lieferte Tesla weltweit 241.300 Fahrzeuge aus.

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Musk betonte auch die Umweltanstrengungen am Ort. Die Fabrik in Grünheide bekomme Photovoltaikanlagen aufs Dach. Ziel seien 100 Prozent erneuerbare Energien für die Fabrik, sagte der Firmengründer. Als Ausgleich der 90 Hektar für den Bau gerodete Kiefernwälder will das Unternehmen nach eigenen Angaben auf rund 300 Hektar neue Bäume pflanzen.

Tesla-Autowerk eines der wichtigsten Industrieprojekte in Ostdeutschland

Musk warb um qualifizierte Mitarbeiter aus ganz Europa. „Ich mache mir ein bisschen Sorgen, dass wir nicht in der Lage sein werden, genug Leute einzustellen.“ Eine Besucherin, die in der Nähe arbeitet und nur ihren Vornamen Mandy nannte, teilt Musks Sorge. Über die Fabrik sagte sie: „Für die Region ist das ein Riesending, aber man fragt sich, wo die Arbeitskräfte herkommen sollen.“

Das Autowerk vor den Toren Berlins gilt als eines der wichtigsten Industrieprojekte in Ostdeutschland. Die Errichtungskosten veranschlagte Musk ursprünglich auf 1,1 Milliarden Euro, erklärte aber zwischenzeitlich, das Budget werde überschritten. Für die Batteriefabrik hat Tesla Aussicht auf öffentliche Förderung, die sich nach Medienberichten ebenfalls auf 1,1 Milliarden Euro summieren könnte. Insgesamt soll nach Unternehmensangaben in Grünheide eine „mittlere einstellige Milliardensumme“ investiert werden.

RND/jst mit dpa

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