Tarifverhandlungen: Daimler-Chef mahnt IG Metall zur Mäßigung

  • Die Beschäftigten in der Automobilbranche müssen sich auch künftig auf harte Zeiten einstellen.
  • Weitere Tausende Jobs drohen wegzufallen, auch Daimler Chef Ola Källenius schließt im Vorfeld der Tarifverhandlungen weitere Stellenstreichungen nicht aus.
  • Der Abschied vom Verbrennungsmotor bereitet der Automobilindustrie aktuell große Probleme.
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Stuttgart. Daimler-Chef Ola Källenius hat die IG Metall zur Zurückhaltung bei den anstehenden Tarifverhandlungen aufgerufen. "Wir halten es in dieser Situation für sehr, sehr sinnvoll, die Ansprüche entsprechend anzupassen", sagte Källenius im Gespräch mit der "Automobilwoche" (Montag). "Ich kann nur die handelnden Personen auffordern, langfristig zu denken und zu erkennen, was in dieser Situation wichtig ist." Konkrete Zahlen nannte er dem Branchenmagazin zufolge nicht.

Weiterer Stellenabbau nicht ausgeschlossen

Daimler müsse gerade mit Maßnahmen wie Personalabbau die Kosten reduzieren, sagte Källenius. "Es gibt Lieferanten der ersten, zweiten oder dritten Ebene in einer noch deutlich schwierigeren Situation. Diese Unternehmen können keine deutlichen Kostensteigerungen vertragen." Einen weiteren Stellenabbau bei Daimler wollte Källenius nicht ausschließen: "Kein Unternehmen kann die nächsten fünf Jahre sicher vorhersagen. Wir haben ein Ziel gesetzt. Ob wir auf der Reise dorthin nochmals anpassen müssen, werden wir sehen."

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Abschied vom Verbrennungsmotor bereitet Probleme

Die anstehende Tarifrunde steht im Zeichen schwächerer Konjunkturdaten und anstehender Strukturveränderungen insbesondere in der Autobranche. Der schleichende Abschied vom Verbrennungsmotor bereitet der Autoindustrie und vor allem den Zulieferern derzeit große Probleme. Vergangenen Herbst hatte Källenius ein Sparprogramm angekündigt: Er will die Investitionen deckeln und bis Ende 2022 allein beim Personal 1,4 Milliarden Euro einsparen. Mehr als 10.000 Stellen sollen dadurch früheren Angaben zufolge wegfallen. Auch weitere Autobauer und Zulieferer wollen Tausende Jobs streichen.

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RND/dpa