• Startseite
  • Wirtschaft
  • Tarifkonflikt: Droht ein dritter Bahnstreik? GDL-Antwort auf DB-Angebot lässt auf sich warten

Tarifkonflikt – wo bleibt die Antwort der GDL auf das Angebot der Bahn?

  • Die Bahn hat am Wochenende ein neues Angebot im Tarifkonflikt mit der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) vorgelegt.
  • Noch bleibt die Antwort der Gewerkschaft aus.
  • Weselsky kündigte lediglich an, die Offerte zu prüfen und über weitere Schritte zu informieren - droht schon wieder ein Streik?
Anzeige
Anzeige

Berlin. Im Tarifkonflikt bei der Deutschen Bahn bleibt das weitere Vorgehen der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) offen. Weder die Bahn noch die Gewerkschaft wollten sich am Montag zum Stand der Dinge äußern.

Die Bahn teilte am Samstag mit, der Arbeitnehmerseite mit einer zusätzlichen „Entgeltkomponente“ einen großen Schritt entgegen zu kommen. Details veröffentlichte sie nicht. Die Gewerkschaft unter Führung ihres Vorsitzenden Claus Weselsky kündigte lediglich an, die Offerte zu prüfen und bekräftigte am Sonntag, „zu gegebener Zeit“ über weitere Schritte zu informieren.

Claus Weselsky, Gewerkschaftsführer bei der GDL © Quelle: Getty Images
Anzeige

Aus Sicht der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) dürfte sich der Tarifkonflikt beruhigen. „Ich rechne damit, dass Anfang dieser Woche die Verhandlungen beginnen und dass sie diese Woche abgeschlossen werden“, sagte der Vorsitzende Klaus-Dieter Hommel der „Stuttgarter Zeitung“ und der „Stuttgarter Nachrichten“. Die beiden Gewerkschaften stehen allerdings in einem scharfen Konkurrenzkampf.

Die GDL fordert 3,2 Prozent mehr Lohn bei einer Laufzeit des Tarifvertrages von 28 Monaten sowie eine Corona-Prämie von 600 Euro. Die Bahn will die Tariferhöhung über einen längeren Zeitraum strecken und bietet eine Laufzeit von 36 Monaten an. Zudem bietet sie eine Corona-Prämie je nach Lohngruppe von 600 oder 400 Euro.

Anzeige

Tarifeinheitsgesetz Hintergrund des Streiks

Ein Knackpunkt im Tarifkonflikt ist die Frage, für wen die neuen Verträge gelten sollen. Die GDL will nicht nur Lokführer und Zugbegleiter vertreten, sondern auch Rahmentarifverträge für Beschäftigte in den Werkstätten und in der Infrastruktur sowie für Auszubildende schließen. Die Bahn erklärte sich nun bereit, den Anwendungsbereich der GDL-Tarifregelungen in den heutigen GDL-Mehrheitsbetrieben zu überprüfen.

Anzeige

Ob das der GDL für eine Rückkehr an den Verhandlungstisch reicht, ist unklar. Weselsky hatte argumentiert, seine Gewerkschaft habe Tausende neue Mitglieder auch in anderen Bahn-Berufen wie in der Verwaltung. Diese hätten ein Recht auf einen Tarifvertrag, was ihnen die Bahn verweigere.

Hintergrund des Streits ist das Tarifeinheitsgesetz. Dieses sieht vor, dass in einem Betrieb mit mehreren Gewerkschaften nur der Tarifvertrag der mitgliederstärkeren Arbeitnehmervertretung angewendet wird. Aus Sicht des Konzerns ist das in einem Großteil der rund 300 Bahn-Unternehmen die konkurrierende Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG. Die GDL zweifelt das teilweise an und sucht eine Klärung vor Gericht.

Video
„Wir wollen nächstes Jahr operativ wieder Gewinn machen" Bahnchef Richard Lutz im Video-Interview
3:19 min
Reisen mit der Bahn wird "deutlich attraktiver, besser und vernetzter" - aber umgekehrte Wagenreihungen sind auch in Zukunft nicht vermeidbar, so Richard Lutz.  © RND

Käme es noch einmal zum Streik, wäre auch eine besondere Aktion der Verkehrsunternehmen betroffen. Wer ein Nahverkehrsabo besitzt, kann damit von Montag an für zwei Wochen bundesweit nahezu alle Nahverkehrsangebote ohne Zusatzkosten nutzen. Damit bedanken sich die Verkehrsunternehmen bei denjenigen, die auch während der Pandemie Bus und Bahn als Stammkunden die Treue halten. Wer das Angebot nutzen will, muss sich vorher online registrieren.

RND/fw/dpa

  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen