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Tamponsteuer: Diese großen Ketten senken schon jetzt die Preise

Eine junge Frau hält ein Tampon in der Hand. Hygieneprodukte wie Tampons sollen durch eine Umsatzsteuerermäßigung günstiger werden. (Symbolbild)

Eine junge Frau hält ein Tampon in der Hand. Hygieneprodukte wie Tampons sollen durch eine Umsatzsteuerermäßigung günstiger werden. (Symbolbild)

Hannover. Für Frauen in Deutschland ist es eine gute Nachricht: Ab dem 01. Januar 2020 gilt für Periodenprodukte wie Tampons und Binden der ermäßigte Mehrwertsteuersatz von 7 Prozent. Aktuell sind es noch 19 Prozent – zumindest auf dem Papier. Denn: Die großen Handelsketten geben den Preisvorteil schon jetzt an die Kunden weiter.

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Kaufland, das zur Schwarz-Gruppe gehört, machte den Anfang, die Drogeriemärkte dm und Rossmann zogen nach. Eine Kaufland-Sprecherin bezeichnete den Schritt gegenüber dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) als „Zeichen der Solidarität mit unseren Kundinnen".

Eine Packung Tampons (Eigenmarke, 32 Stück), die bisher 1,25 Euro gekostet hat, sinkt somit im Preis auf 1,12 Euro – eine Ersparnis von 13 Cent. Für Markentampons fällt die Preissenkung in absoluten Zahlen größer aus. Bei einem Packungspreis von aktuell 3,25 Euro beträgt die Ersparnis in Zukunft 39 Cent.

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Erst im Herbst hat der Bundestag den Weg frei gemacht für die Neuregelung der Steuer. „Viele Frauen haben sich dafür starkgemacht. Wir bringen das jetzt auf den Weg", sagte Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) im Oktober. Damit reagierte die Politik auf den Unmut vieler Konsumentinnen. Mehr als 180.000 Menschen hatten in den vergangenen Jahren eine Petition unter dem Motto „Die Periode ist kein Luxus" unterschrieben. Eine E-Petition an den Bundestag unterstützten kürzlich ebenfalls über 80.000 Menschen.

Experten kritisieren Mehrwertsteuersystem in Deutschland

Der reduzierte Mehrwertsteuersatz in Deutschland gilt für Dinge des Alltags. Dazu zählen Lebensmittel, Bücher, Zeitungen, Bustickets, aber auch Schnittblumen und Goldfische. Nicht erfasst wurden bisher Periodenartikel. Allerdings sorgt das System der unterschiedlichen Mehrwertsteuersätze bei Fachleuten schon jetzt für Kopfschütteln. Der Bundesrechnungshof rügte die Praxis als undurchsichtig. Gegenüber dem „Handelsblatt“ kritisierte auch der Wirtschaftsweise Lars Feld die geplante Steuersenkung für Binden und Tampons. Sie sei eine „Subvention für die Anbieter, kaum eine Entlastung für die Kunden“, sagte er.

Ökonomen werben schon lange dafür, das Dickicht an Ausnahmen und Vergünstigungen im System der Mehrwertsteuer zu lichten. Als eine Möglichkeit wird ein einheitlicher Mehrwertsteuersatz von beispielsweise 16,5 Prozent gesehen – für alle Produkte, ohne Ausnahmen.

RND/fh

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