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T-Mobile US: Wie das einstige Sorgenkind zum begehrten Erfolgsbringer der Telekom wird

  • Der deutsche Telekom-Konzern will mit seiner Tochter T-Mobile die Nummer Eins in den USA werden.
  • Nachdem die Fusion mit dem Konkurrenten Sprint vollzogen wurde, sind die Ambitionen groß.
  • Auch Experten sehen gute Chancen, den US-Markt weiter aufzurollen.
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Bellevue. Die Deutsche Telekom hat ihre US-Tochter endlich erfolgreich mit einem Fusionspartner vermählt, mit gebündelten Kräften soll jetzt der Angriff in Amerika forciert werden. Fast zwei Jahre dauerte es, den umstrittenen Zusammenschluss von T-Mobile US mit dem kleineren Rivalen Sprint kartellrechtlich durchzuboxen.

Nun kann die Jagd auf die Branchenführer Verizon und AT&T beginnen - man wolle die Nummer Eins in den USA werden, kündigte Telekom-Chef Tim Höttges an. Auf dem US-Mobilfunkmarkt herrscht erbitterter Wettbewerb, Experten sehen die Telekom-Tochter aber gut aufgestellt.

Kundenzustrom hält an

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Am Mittwoch nach US-Börsenschluss legte T-Mobile seinen letzten Geschäftsbericht ohne die Ergebnisse von Sprint vor. Trotz Belastungen durch die Corona-Krise verdiente das Unternehmen im ersten Quartal deutlich besser.

Verglichen mit dem Vorjahreswert nahm der Gewinn um rund fünf Prozent auf 951 Millionen Dollar (881 Millionen Euro) zu. Die Erlöse stagnierten zwar bei 11,1 Milliarden Dollar. Doch der Kundenzustrom hielt an - nach Abzug von Kündigungen kamen 452.000 neue Telefonverträge unter eigener Marke hinzu. Das gefiel den Anlegern, die Aktie reagierte nachbörslich mit Kursgewinnen.

Finanzanalyst Brett Feldman von der US-Bank Goldman Sachs erwartet, dass es für die Telekom-Tochter weiter bergauf geht. Der Zusammenschluss mit Sprint dürfte die Kosten erheblich senken und die Gewinnspannen deutlich erhöhen - auch wenn das Vorhaben erstmal Milliarden verschlingt, weil die Netze zusammengelegt werden müssen. Zudem habe das Gespann beim 5G-Ausbau Vorteile gegenüber den größten US-Konkurrenten Verizon und AT&T. Feldman traut T-Mobile zu, das ohnehin schon starke Kundenwachstum noch deutlich zu beschleunigen - trotz traditionell hoher Abwanderungsraten bei Sprint.

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Das große Happy End einer Geschichte

Für den Bonner Telekom-Konzern hat sich die US-Tochter in den vergangenen Jahren vom ungeliebten Sorgenkind zum begehrten Erfolgsbringer entwickelt. Denn lange galt die 2001 vom damaligen Telekom-Chef Ron Sommer für horrende 40 Milliarden Euro eingekaufte US-Sparte als teurer Flop. Neben lückenhafter Netzabdeckung beutelte den kleinen Mobilfunker etwa, dass man das beliebte iPhone von Apple nicht im Angebot hatte - die Kunden liefen in Scharen zur Konkurrenz. 2011 scheiterte ein Verkaufsversuch an Platzhirsch AT&T.

So war der Abschluss der Fusion mit Sprint vor gut einem Monat für die Bonner das große Happy End einer Geschichte, die den Konzern seit vielen Jahren auf Trab hielt. Bereits 2014 wollten T-Mobile und Sprint die Kräfte bündeln, was jedoch an kartellrechtlichen Bedenken scheiterte. Bei einem weiteren Anlauf konnten sich Telekom und die Sprint-Mutter Softbank nicht auf Preis und Besitzverhältnisse einigen. Dass der Mega-Deal im dritten Versuch doch noch zustande kam, damit war zwischenzeitlich kaum mehr zu rechnen gewesen.

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Führende Rolle in den USA

Denn auch diesmal waren die Bedenken der Wettbewerbshüter groß. Nach monatelangen zähen Verhandlungen stimmte das US-Justizministerium zwar letztlich unter strengen Auflagen zu, und auch die Branchenaufsicht FCC gab grünes Licht. Doch 13 Bundesstaaten und der Regierungsbezirk Washington klagten gegen die Fusion, weil sie Jobverluste und Preiserhöhungen fürchteten. Im Dezember kam es in New York zum Showdown vor Gericht, im Februar fiel dann das Urteil zugunsten von T-Mobile und Sprint - die Zitterpartie war zu Ende.

Telekom-Chef Höttges sprach von einem "historischen Tag", als der Zusammenschluss von T-Mobile und Sprint Anfang April endlich vollzogen werden konnte. Die Telekom kontrolliert 67 Prozent der Stimmrechte und erhielt mit 43 Prozent den größten Anteil am fusionierten Unternehmen. Der Sprint-Mehrheitseigner Softbank übernimmt 24 Prozent, der Rest geht an freie Aktionäre. Die Fusion erfolgte über einen Aktientausch, bei dem die Sprint-Anteilseigner T-Mobile-Papiere im Wert von gut 31 Milliarden Dollar bekamen.

"Es tut uns Deutschen gut, wenn ein deutsches Unternehmen es einmal schafft, in einer Schlüsselindustrie, in einer Hightech-Industrie, in den USA eine führende Rolle einzunehmen", sagte Höttges bei Vorlage der Telekom-Jahreszahlen im Februar. Gemeinsam bringen es T-Mobile und Sprint nach eigenen Angaben auf rund 140 Millionen Kunden. Den Börsenwert der an der Nasdaq gehandelten Telekom-Tochter katapultierte die Fusion auf über 110 Milliarden Dollar in die Höhe.

RND/dpa

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