Studie: No-Covid-Länder haben ihre Wirtschaft am besten geschützt

  • Einer neuen Studie aus Frankreich zufolge schützen No-Covid-Ansätze die Wirtschaft weit besser als Eindämmungsstrategien.
  • Vermeintlichen Widersprüchen zwischen dem Schutz von Menschenleben und dem der Konjunktur erteilen die Wissenschaftler eine Absage.
  • Stattdessen sei die No-Covid-Strategie sowohl für die Konjunktur als auch für die Gesundheit der Bevölkerung die bessere Wahl.
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Einer neuen Studie aus Frankreich zufolge gehen No-Covid-Strategien mit deutlich geringeren Belastungen für die Wirtschaft einher als Eindämmungsstrategien. Wie das Institut Economique Molinari festgestellt hat, sind die volkswirtschaftlichen Schäden knapp dreimal größer, wenn Regierungen nicht auf eine möglichst rasche Ausrottung des Virus im Land setzen – ganz abgesehen von deutlich höheren Sterbezahlen bei Strategien, die lediglich auf eine Beherrschung des Virus abzielen.

Für die Untersuchung haben die Ökonomen 13 Länder miteinander verglichen: Einerseits die zehn größten Wirtschaftsnationen und andererseits OECD-Staaten, die auf No-Covid-Strategien oder ähnliche Ansätze gesetzt haben. Als Referenz hierfür dienten Australien, Neuseeland und Südkorea. Ausgewertet wurden dabei sowohl Daten zur Lage der Konjunktur als auch Gesundheitsdaten aus den vergangenen zwölf Monaten.

Die Ergebnisse widersprächen der auch in Frankreich weit verbreiteten Auffassung, dass man sich bei der Virusbekämpfung zwischen dem Schutz der Wirtschaft und dem Schutz von Menschenleben entscheiden müsse, heißt es nun seitens der Wissenschaftler. Insgesamt sei das Bruttosozialprodukt in No-Covid-Ländern 2020 um etwa 1,2 Prozent gefallen, in den anderen Staaten um 3,3 Prozent.

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Die geringsten Einbußen beim Wirtschaftswachstum verzeichneten demnach Südkorea, Neuseeland und Australien, dort schrumpfte die Wirtschaftsleistung um ein bis 3 Prozent. Lediglich die Wirtschaft in Schweden und in der Schweiz traf die Pandemie ähnlich gering, die Leistung nahm dort um 3 Prozent ab. Allerdings lag in beiden Ländern die Zahl der Covid-Toten 2020 mit deutlich mehr als 800 pro eine Million Einwohner um ein Vielfaches höher als in No-Covid-Ländern. In Neuseeland lag der Wert 2020 bei etwa fünf Toten pro eine Million Einwohner, in Australien bei etwa 35 und in Südkorea bei gut 18.

In No-Covid-Ländern starben deutlich weniger Menschen

In Deutschland lag nach Angaben der Studie 2020 die Zahl der Toten mit etwa 400 pro eine Million Einwohner deutlich darüber, hier nahm die Wirtschaftsleistung um 5 Prozent ab. In Frankreich starb knapp jeder Tausendste von einer Million Einwohnern, die Wirtschaftsleistung sank um gut 8 Prozent.

„Zero-Covid ist mit Abstand die beste die Strategie, die Pandemie zu bekämpfen“, schlussfolgern die Wissenschaftler – wobei ihr Begriff von Zero-Covid am ehesten dem entspricht, was in Deutschland unter No-Covid verstanden wird. Die Ökonomen fordern nun unter anderem regionale Pilotversuche in Frankreich, bei denen der Ansatz einer entschlossenen und hartnäckigen Pandemiebekämpfung verfolgt wird – anstatt die Pandemie so zu managen, dass lediglich das Gesundheitssystem nicht überlastet wird.

Die Studie aus Frankreich bestätige, „dass konsequente Eindämmung des Virus nicht nur die Gesundheit schützt, sondern auch zu besserer Wirtschaftsentwicklung führt“, twitterte Clemens Fuest, Präsident des Münchener Ifo-Instituts. Fuest gehört zu den ausdrücklichen Unterstützern des No-Covid-Aufrufs, der in Deutschland von Medizinern und Ökonomen getragen wird.

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