• Startseite
  • Wirtschaft
  • Stromkosten steigen durch Corona: Bis zu 150 Euro mehr pro Haushalt durch Homeoffice-Zeit

Corona-Pandemie: Stromkosten steigen um bis zu 150 Euro jährlich pro Haushalt

  • Mehr kochen, streamen und die meiste Zeit im Homeoffice – dafür braucht es Energie.
  • Durch die Corona-Pandmie ist der Stromverbrauch in vielen deutschen Haushalten angestiegen.
  • Das “neue Normal” dürfte laut Experten bis zu 150 Euro mehr Stromkosten im Jahr bedeuten.
|
Anzeige
Anzeige

Frankfurt a.M.. Durch die Corona-Pandemie ist der Stromverbrauch in vielen deutschen Haushalten gestiegen. Vor allem jüngere Menschen nutzen mehr elektrische Energie. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage des Vergleichsportals Verivox hervor, die dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) vorliegt. Etwas mehr als ein Drittel der Befragten geht davon aus, dass die elektrischen Geräte im Haushalt seit dem Beginn der Corona-Krise häufiger eingesetzt wurden.

Auswärts essen gehen fiel zeitweise schon deshalb flach, weil die Restaurants geschlossen waren. Selbst kochen bedeutet, dass Backöfen und Herde vermehrt angeschaltet werden – diese benötigen in der Regel die höchste Leistung unter den Apparaturen und Maschinen in einem Haushalt. Nicht zu unterschätzen ist zudem, dass auch Computer und Fernsehgeräte im Dauereinsatz hohe Mengen Strom benötigen.

Weiterlesen nach der Anzeige
Anzeige

Zocken und Streamen: Junge Menschen verbrauchten besonders viel

Laut Verivox bestehen deutliche Unterschiede zwischen den Altersgruppen. So hätten unter den Befragten zwischen 18 und 29 Jahren 52 Prozent von einem erhöhten Verbrauch berichtet. Bei Frauen und Männern zwischen 50 und 69 Jahren waren es hingegen nur 22 Prozent. Genau dazwischen liegt die Gruppe der 30- bis 49-Jährigen. Hier geben 42 Prozent einen gestiegenen Bedarf an elektrischer Energie an.

“Homeoffice, Kinderbetreuung und verändertes Freizeitverhalten führen vor allem bei den jüngeren Verbrauchergruppen zu einem erhöhten Stromverbrauch zu Hause”, sagte Thorsten Storck, Energieexperte bei Verivox, dem RND. Ältere Verbraucher hätten im Zuge der Pandemie hingegen nicht so deutliche Veränderungen ihres Lebensstils erlebt. Marktforscher haben herausgefunden, dass insbesondere in den Phasen des Lockdowns erheblich mehr Computerspiele gespielt und mehr Filme von Streamingplattformen abgerufen wurden.

So viel Strom kostet die neue Normalität

Anzeige

Die Verivox-Experten rechnen vor: Was vielfach als neue Normalität beschrieben wird, kann die Haushaltskasse massiv belasten. Werde ein Heimarbeitsplatz betrieben und täglich eine Mahlzeit mehr gekocht, könnten die Stromkosten um bis zu 150 Euro mehr jährlich steigen.

Der gesamte Stromverbrauch hierzulande ist im ersten Halbjahr im Vergleich zu 2019 indes gesunken – laut Branchenverband BDEW um 5,7 Prozent auf 272 Milliarden Kilowattstunden (ein Standardhaushalt verbraucht etwa 4000 Kilowattstunden pro Jahr). Das sei auf die schwache Wirtschaftslage und den damit verbundenen geringeren Strombedarf der Unternehmen zurückzuführen, so der Verband. Die Industrie ist hierzulande der wichtigste Nutzer von elektrischer Energie.

Hochgefahrene Produktionen und Homeoffice bescheren Plus

Nach Berechnungen des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme lag der Stromverbrauch im Juli und August insgesamt aber um fast ein Prozent über dem Vorjahreswert. Knapp 78 Milliarden Kilowattstunden wurden demnach in den zwei Monaten in die öffentlichen Stromnetze eingespeist. Das Plus dürfte vor allem auf die wieder hochgefahrene Produktion in vielen Betrieben zurückzuführen sein. Aber nach wie vor arbeiten auch viele Arbeitnehmer zumindest teilweise im Homeoffice.

“Staat, Sex, Amen”
Der neue Gesellschaftspodcast mit Imre Grimm und Kristian Teetz
  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen