Kommentar zum Großstreik

Verdi lässt die Muskeln spielen

Flughafen Hannover: Beschäftigte, die dem Streikaufruf der Gewerkschaft Verdi gefolgt sind, halten nahe dem Tower ein Transparent.

Flughafen Hannover: Beschäftigte, die dem Streikaufruf der Gewerkschaft Verdi gefolgt sind, halten nahe dem Tower ein Transparent.

Berlin. Mit Streiks im öffentlichen Dienst ist das ja so eine Sache. Viele haben zwar Verständnis, wenn diejenigen, die unser Land am Laufen halten, dafür angemessen bezahlt werden wollen. Dass Pflegekräfte, Betreuungspersonal oder die Beschäftigten der Entsorgungsbetriebe hart arbeiten und trotzdem häufig nur so gerade über die Runden kommen, hat sich bei den meisten Menschen rumgesprochen.

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Gleichzeitig gilt aber, dass kaum ein Arbeitskampf den Alltag so sehr tangiert wie der im öffentlichen Dienst. Wenn Bahnen und Busse nicht mehr fahren, Müll nicht mehr abgeholt, Kranke nicht mehr versorgt und Kinder nicht mehr betreut werden, kann die grundsätzliche Unterstützung schnell in Ablehnung oder gar Wut umschlagen. Gewerkschaftsbosse sind deshalb gut beraten, ihre Machtdemonstrationen dosiert einzusetzen.

Verdi hat das an diesem Freitag versucht. An den wichtigsten Flughäfen des Landes ging nichts mehr, mancherorts wurden auch Nahverkehr und Kitas bestreikt. Für Betroffene war das anstrengend, das ganz große Chaos aber blieb aus.

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Natürlich kann man die Frage stellen, ob es angemessen ist, für ein Zeichen der Stärke gleich den Flugverkehr des ganzen Landes oder einzelne Städte lahmzulegen. Immerhin haben die Tarifverhandlungen erst im Januar begonnen. Andererseits gibt es nun mal das Streikrecht, und es ist legitim, davon Gebrauch zu machen.

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Die Gewerkschaft Verdi hat die Muskeln spielen lassen. Alle wissen nun um die Macht der Beschäftigten. Jetzt allerdings ist es wichtig, dass verhandelt wird. Und bitte konstruktiv. Die Löhne müssen spürbar steigen, sie werden aber vor allem in höheren Einkommensgruppen nicht den gesamten Kaufkraftverlust ausgleichen können. Arbeitskämpfe für das Schaufenster braucht niemand. Angesichts der angespannten wirtschaftlichen Lage gilt das noch mehr als sonst.

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