• Startseite
  • Wirtschaft
  • Streik im öffentlichen Nahverkehr: Hier stehen Busse und Bahnen heute still

Verdi-Warnstreiks behindern bundesweit den Nahverkehr

  • In vielen Städten und Regionen fahren am Dienstag seit den Morgenstunden keine Busse und Bahnen.
  • Betroffen sind unter anderem die Städte Berlin, Hamburg und München.
  • In Mecklenburg-Vorpommern sind Schüler mit langem Schulweg wegen des Warnstreiks am Dienstag sogar vom Unterricht befreit, wenn ihr Bus oder ihre Straßenbahn nicht fährt.
2:07 min
Pendler in ganz Deutschland sind am Dienstag von Warnstreiks im öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) betroffen. Die Gewerkschaft ver.di hat zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen, um einen bundesweiten Tarifvertrag für rund 87.000 Beschäftigte im ÖPNV durchzusetzen.  © Reuters
Anzeige
Anzeige

Berlin. Die Gewerkschaft Verdi hat bundesweit zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen und will damit den Druck auf die Arbeitgeberseite erhöhen. Busse und Bahnen stehen seit den Morgenstunden in zahlreichen Städten und Regionen still.

Betroffen sind zum Beispiel Berlin, Hamburg, die Region Hannover, Magdeburg, Kiel und Erfurt. Auch in München, Konstanz und Freiburg wollen Beschäftigte im öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) die Arbeit niederlegen. Die Betriebe riefen ihre Kunden auf, am Dienstagmorgen auf nicht erforderliche Fahrten zu verzichten und auf andere Verkehrsmittel umzusteigen.

In welchem Bundesland stehen welche Busse und Bahnen still?

Weiterlesen nach der Anzeige
Anzeige

Das RND zeigt Ihnen, in welchem Bundesland Sie heute mit welchen Einschränkungen rechnen müssen.

Baden-Württemberg

In Baden-Würrtemberg planen die Fahrer von allen acht Verkehrsunternehmen die Arbeit niederzulegen. Hier müssen Sie sich daher auf erhebliche Einschränkungen im öffentlichen Nahverkehr gefasst machen. Besonders ärgerlich: Bereits am Freitag haben in Karlsruhe und Baden-Baden Bus- und Straßenbahnfahrer gestreikt. Jetzt soll wollen sie die Arbeit erneut niederlegen.

Bayern

Anzeige

In mehreren Städten in Bayern werden sowohl Busse als auch Straßenbahnen bestreikt - darunter München, Nürnberg, Augsburg, Würzburg, Regensburg, Aschaffenburg und Coburg. Ab 03.30 Uhr bis voraussichtlich 18 Uhr fährt zum Beispiel in München keine U-Bahn. Wie viele Straßenbahnen genau fahren werden, stehe erst am Dienstagmorgen fest. Die Münchener Verkehrsbetriebe planen, dass zumindest noch jeder zweite Bus fahren soll.

Berlin

Anzeige

Busse, U-Bahnen und Straßenbahnen stehen in Berlin ab 3 Uhr für mindestens neun Stunden still. Bis dann gegen Mittag wieder ein normaler Regelbetrieb erreicht ist, kann noch weitere Zeit vergehen. Um dem ein wenig entgegen zu wirken, setzt die S-Bahn Berlin heute 40 weitere Züge auf dem Streckennetz ein.

Brandenburg

In Brandenburg werden die Nahverkehrsfirmen Verkehrsbetrieb Potsdam, Regionale Verkehrsgesellschaft Dahme-Spreewald, Uckermärkische Verkehrsgesellschaft, Verkehrsgesellschaft Teltow-Fläming, Busverkehr Oder-Spree, Barnimer Busgesellschaft, Cottbusverkehr, Havelbus Verkehrsgesellschaft, Regiobus Potsdam Mittelmark, Stadtverkehrsgesellschaft Frankfurt (Oder), Verkehrsbetriebe Brandenburg an der Havel, DB Regio Bus Ost bestreikt. In den meisten größeren Städten sowie den meisten Regionen stehen damit sowohl Busse als auch Straßenbahnen den gesamten Tag lang still. Die S-Bahn und Regionalzüge sind von dem Streik nicht betroffen.

Bremen

Die BSAG hat angekündigt, dass Straßenbahnen und Busse ab 3 Uhr für voraussichtlich 24 Stunden stillstehen.

Hamburg

Anzeige

In Hamburg werden aller Voraussicht nach bis zum Mittag keine U-Bahnen fahren. Auch der Busbetrieb in Hamburg sowie im Umland – hier insbesondere in den Kreisen Pinneberg, Segeberg, Stormarn und Herzogtum Lauenburg – dürfte es über den Tag zu erheblichen Einschränkungen kommen.

Hessen

Warnstreiks soll es in Wiesbaden bei den Bussen der ESWE und in Kassel bei Straßenbahnen und Bussen. Der Warnstreik soll hier mit der Frühschicht beginnen und mit zum Schluss der Spätschicht andauern. Auch Frankfurt ist vom Streik betroffen: Hier streiken die Straßenbahnen und U-Bahnen. S-Bahnen, Regionalzüge und Busse sollen in Frankfurt hingegen planmäßig fahren.

Mecklenburg-Vorpommern

In MV ist vor allem Rostock betroffen. Hier sollen die Fahrer der RSAG, sowie die Mitarbeiter vieler Unternehmen in den Landkreisen, die Arbeit bis 9 Uhr niederlegen. Dazu zählen auch Fahrer im Rebus-Linienverkehr im Landkreis und in der Hansestadt Rostock sowie Drittunternehmen im Auftrag von Rebus.

Die Verkehrsgesellschaft Vorpommern-Greifswald rechnet mit Ausfällen im Linienverkehr bis 9 Uhr. Dies wird sich vor allem auf die Region Torgelow und einzelne Linien im Bereich Pasewalk auswirken. Subunternehmen der VVG sowie Busse in der Region Jarmen und Loitz fahren nach normalem Fahrplan. In Greifswald selbst fahren voraussichtlich bis 9 Uhr keine Stadtbusse, da hier die Stadtwerke bestreikt werden.

Anzeige

Niedersachsen

In Niedersachsen sind Busse und Bahnen in Braunschweig, Wolfsburg, Göttingen, Goslar und Osnabrück vom Streik betroffen. In Hannover stehen ab 3 Uhr bis Betriebsschluss alle Busse und Bahnen der Üstra Still.

Nordrhein-Westfalen

In NRW hat Verdi zu einem ganztägigem und flächendeckendem Warnstreik aufgerufen. Viele Verkehrsunternehmen haben daher den Bahnverkehr sowie große Teile des Busangebots eingestellt. Die Kölner Verkehrsbetriebe (KVB) haben ab 3 Uhr den Stadtbahn- und Busverkehr für 24 Stunden eingestellt. Auch in Dortmund und Bochum wird der Nahverkehr durch die jeweiligen Verkehrsbetriebe für den Dienstag komplett stillgelegt.

Rheinland-Pfalz

Auch in Rheinland-Pfalz wird ab 3 Uhr gestreikt, was vor allem in Kaiserslautern, Pirmasens, Mainz und Trier mehrere tausend Pendler betreffen dürfte. In Ludwigshafen werden sowohl der Straßen- und Stadtbahnverkehr als auch der Busverkehr der Rhein-Neckar-Verkehrsgesellschaft komplett eingestellt.

Saarland

Im Saarland wird es heute alles Voraussicht nach keinen Warnstreik geben.

Sachsen

In Sachsen werden mit Beginn der Frühschicht die folgenden Verkehrsbetriebe bestreikt: Dresdner Verkehrsbetriebe AG (DVB), Leipziger Verkehrsbetriebe GmbH (LVB), LeoBus GmbH Leipzig, Leipziger Stadtverkehrsbetriebe (LSVB), Chemnitzer Verkehrs AG (CVAG), Städtische Verkehrsbetriebe Zwickau GmbH (SVZ), Plauener Straßenbahn GmbH (PSB).

Sachsen-Anhalt

Mit Beginn der Frühschicht sind in Sachsen-Anhalt die Beschäftigten der Magdeburger Verkehrsbetriebe GmbH, der Halleschen Verkehrs AG und der Personenverkehrsgesellschaft mbH Burgenlandkreis zum Warnstreik aufgerufen.

Schleswig-Holstein

In Schleswig-Holstein sollen laut Angaben von Verdi die kommunalen Buslinien in Kiel, Flensburg und Lübeck ab Arbeitsbeginn um 3.30 Uhr bis 9 Uhr bestreikt werden. Busse von privaten Betrieben, die vor allem für den Schülerverkehr unterwegs sind, werden fahren. In Kiel und Lübeck sollen den Tag über gar keine Busse fahren. In Flensburg entfallen die Fahrten von Aktiv Bus, Förde-Bus und Autokraft wollen ihre Busse hingegen in die Spur schicken. Welche Linien vom Ausfall betroffen sind, will Aktiv Bus auf seiner eigenen Webseite bekannt geben.

Thüringen

Nach Angaben von Verdi sollen Mitarbeiter der Erfurter Verkehrs AG, der Jenaer Nahverkehr GmbH und der Geraer Verkehrs- und Betreibergesellschaft zum Beginn der Frühschicht die Arbeit niederlegen. In Erfurt werden aller Voraussicht nach zwischen 3.45 Uhr und 24 Uhr weder Busse noch Stadtbahnen der Erfurter Verkehrsbetriebe AG fahren.

Kinder teilweise vom Unterricht befreit

In Mecklenburg-Vorpommern sind Schüler mit langem Schulweg wegen des Warnstreiks am Dienstag sogar vom Unterricht befreit, wenn ihr Bus oder ihre Straßenbahn nicht fährt.

Verdi will bei den laufenden Tarifverhandlungen für bundesweit rund 87 000 Beschäftigte beim Öffentlichen Personennahverkehr einheitliche Regelungen für den Ausgleich von Überstunden, Zulagen für Schichtdienste, Urlaubsanspruch und Sonderzahlungen durchsetzen.

Dazu fordere die Gewerkschaft seit März Verhandlungen zu einem bundesweiten Rahmentarifvertrag, die am Wochenende von der Vereinigung Kommunaler Arbeitgeberverbände abgelehnt worden seien. In Sachsen-Anhalt gebe es zusätzlich die Forderung, Löhne und Gehälter um mindestens 1,50 Euro pro Stunde anzuheben, teilte Verdi mit

RND/dpa

“Staat, Sex, Amen”
Der neue Gesellschaftspodcast mit Imre Grimm und Kristian Teetz
  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen