Streik bei der Deutschen Bahn? GDL kündigt Arbeitskampfmaßnahmen an

  • Bei der Deutschen Bahn könnte es schon bald zu Streiks kommen.
  • Im Tarifstreit mit der Deutschen Bahn hat die Gewerkschaft GDL Arbeitskampfmaßnahmen beschlossen.
  • Details sollen in den nächsten Tagen folgen.
Anzeige
Anzeige

Bei der Deutschen Bahn rücken Streiks der Lokführer mitten in der Ferienzeit näher. Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hat nach gescheiterten Verhandlungen mit dem Arbeitgeberverband Move konkrete Arbeitskampfmaßnahmen beschlossen, wie sie am Mittwoch mitteilte. Den genaueren Umfang und Zeitpunkt von möglichen Arbeitsniederlegungen will GDL-Chef Claus Weselsky erst am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Berlin mitteilen. Die entsprechenden Gremienbeschlüsse liegen laut GDL vor. Unmittelbar vor Beginn der Schulferien in mehreren Bundesländern erhöht die Gewerkschaft damit den Druck auf das Management der Bahn. Die GDL hatte die Verhandlungen am vergangenen Dienstag für gescheitert erklärt.

Bisher keine Einigung zwischen Deutscher Bahn und GDL

Anzeige

Eine DB-Sprecherin sagte: „Arbeitskämpfe sind immer nur das letzte Mittel. Gerade jetzt, wo die Ferien vor der Tür stehen und sich viele nach harten Pandemie-Monaten wieder aufs Reisen freuen, will die GDL-Spitze die Aufbruchsstimmung zunichtemachen“. Sie verwies darauf, dass fundierte Angebote für mehr Lohn und zusätzlichen Kündigungsschutz auf dem Tisch liegen würden und forderte die GDL-Spitze auf, „sofort an den Verhandlungstisch zurückkehren“.

Zuletzt hatte auch die vierte Verhandlungsrunde zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmern keine Einigung gebracht. GDL-Chef Claus Weselsky fordert im Tarifkonflikt ein besseres Angebot vom Bahn-Management. Er warnt vor massiven Einschränkungen für Reisende und warf der Bahn vor, die Arbeitsbedingungen des Zugpersonals verschlechtern zu wollen.

Käme es zu einem Streik, wäre es der erste bei der Bahn seit Dezember 2018. Damals hatte die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) ihre Mitglieder zum Arbeitskampf aufgerufen. Die letzten Streiks der GDL sind bereits sechs Jahre her. Beide Gewerkschaften ringen miteinander um Einfluss in dem Staatskonzern.

Anzeige

Die Deutsche Bahn forderte zuletzt die GDL auf, „sofort an den Verhandlungstisch zu kommen und eine Lösung zu finden“, so eine Sprecherin. Personalvorstand Martin Seiler kritisierte, die Gewerkschaft ginge auf Konfrontation um jeden Preis. Der Konzern sei weiter gesprächsbereit.

GDL fordert mehr als nur einen Inflationsausgleich

Die EVG hatte schon im vergangenen Herbst einen Tarifabschluss erzielt. Ab Anfang 2022 erhalten die Beschäftigten 1,5 Prozent mehr Geld - wenig im Vergleich zu Tarifrunden in besseren Zeiten. Dafür sind bis Ende 2023 betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen. Die GDL will bei Geld und Arbeitszeit mehr herausholen.

Beide Seiten hatten sich vor dem Scheitern der Verhandlungen etwas aufeinander zu bewegt. Angelehnt an den Tarifabschluss des öffentlichen Dienstes fordert die GDL eine Einkommenserhöhung von 1,4 Prozent plus eine Corona-Prämie in diesem Jahr sowie weitere 1,8 Prozent im nächsten Jahr. Die Beschäftigten hätten mehr verdient als einen Ausgleich der Preissteigerung, argumentiert Weselsky. Die Bahn hatte nach eigenen Angaben Einkommenssteigerungen wie im Öffentlichen Dienst vorgeschlagen, allerdings bezogen auf den Bereich Flughäfen.

Der Tag Was heute wichtig ist. Lesen Sie den RND-Newsletter "Der Tag".

Für Flughäfen war wegen des Verkehrseinbruchs ein „Notlagentarifvertrag“ geschlossen worden. Die Einkommenserhöhung von 1,4 Prozent gibt es dort erst im Oktober 2022, die weiteren 1,8 Prozent erst im April 2023. Die Arbeitgeber erhalten außerdem die Möglichkeit, die Arbeitszeit 2022 um sechs Prozent zu kürzen. Im Oktober 2023 soll das Niveau des Tarifvertrags für den öffentlichen Dienstes erreicht werden.

RND/dpa

  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen