Stephan Weil: VW-Werk in der Türkei derzeit „nicht vorstellbar“

  • Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil stellt sich gegen die VW-Pläne, ein Werk in der Türkei zu errichten.
  • Die türkische Offensive in Nordsyrien sei „ein Schlag ins Gesicht von Menschenrechten und internationalem Recht“.
  • Die Errichtung der neuen Fabrik sei deshalb „unter aktuell gegebenen Bedingungen nicht vorstellbar“, so Weil weiter.
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Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hält den geplanten Bau einer VW-Fabrik in der Türkei der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung (HAZ) zufolge „unter den aktuell gegebenen Bedingungen nicht für vorstellbar“. Weil, der auch Mitglied im VW-Aufsichtsrat ist, wies demnach vor Journalisten auf die Militäroffensive der Türkei in Nordsyrien hin, die „ein Schlag ins Gesicht von Menschenrechten und internationalem Recht“ sei.

Zuvor hatte der VW-Vorstand die Pläne für das neue Werk auf Eis gelegt und eine Entscheidung darüber vertagt. Laut Weil will sich der Aufsichtsrat des Automobilkonzerns nun mit dem Projekt befassen. Das solle "ganz grundsätzlich erörtert" werden, kündigte Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) an. Auch er sitzt als Vertreter des Bundeslandes Niedersachsen im VW-Aufsichtsrat.

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VW hatte in den vergangenen Wochen die Pläne für eine Autofabrik in der westtürkischen Provinz Manisa vorangetrieben. Eine formale Entscheidung zum Bau des neuen Werks wurde im Laufe der kommenden Tage erwartet. Nötig wird das Werk aus VW-Sicht unter anderem, weil der Konzern den Umstieg in die E-Mobilität an deutschen Standorten beschlossen hat. Zwickau wird bereits umgebaut, die Werke in Emden und Hannover sollen folgen. Deshalb braucht der Konzern neue Kapazitäten für den Passat und den Superb der Schwestermarke Skoda.

Weil: Türkische Offensive ist ein gefährlicher Irrweg

Seit Beginn der Militäroffensive gegen kurdische Gebiete in Nordsyrien steht die Türkei international in der Kritik. Ankara betrachtet die YPG als Ableger der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK und damit als Terrororganisation. Der Staatsminister im Auswärtigen Amt, Niels Annen, warnte am Montag im ARD-„Morgenmagazin“ vor den Folgen der Militäroffensive der Türkei in Nordsyrien. Die Angriffe der Türkei stoßen international auf Kritik.

Weil kritisierte die Offensive des türkischen Militärs als gefährlichen Irrweg, dessentwegen 130.000 Menschen ihre Heimat verloren hätten. Auch habe sich die Gefahr durch den IS-Terror deutlich verschärft.

Mit dpa

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